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Opfer nicht alleinlassen

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Von: Felix Huesmann

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Die österreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr erhielt Morddrohungen von Rechtsextremen und radikalen Impfgegnern.
Die österreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr erhielt Morddrohungen von Rechtsextremen und radikalen Impfgegnern. © Sebastian Gollnow/dpa

Polizei und Justiz dürfen Hassnachrichten und Morddrohungen nicht mehr verharmlosen, sondern müssen sie stärker als bislang verfolgen. Der Kommentar.

Der Tod der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr muss ein Alarmsignal für alle Sicherheitsbehörden sein – auch in Deutschland. Noch immer werden Hassnachrichten und selbst Morddrohungen viel zu oft verharmlost. Kellermayr erhielt solche Drohungen von Rechtsextremen und radikalen Impfgegnern.

Solche Drohungen und das Gefühl der Hilflosigkeit kennen viele, die sich seit dem Beginn der Corona-Pandemie öffentlich gegen die Erzählungen von Impfgegnern und Verschwörungsideologen gestellt haben: Wissenschaftlerinnen, Ärzte, Journalistinnen oder Aktivisten. Oftmals sind es Frauen, die besonders heftig angegriffen werden, denen mit Ermordung und Vergewaltigung gedroht wird.

Bei Drohungen, die im Internet verschickt werden, fühlen sich deutsche Polizeistellen viel zu oft nicht zuständig. Häufig fehlen dort die Sensibilität und das Wissen, was dagegen getan werden kann. Das muss sich dringend ändern. Denn wenn strafbare Hetze und Bedrohungen ohne Konsequenzen für die Täter bleiben, sind die Folgen für ihre Opfer umso größer. Viele ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück, überlassen den Hetzern unfreiwillig das Feld. Manche führen ein Leben in Angst. Das darf ein Rechtsstaat niemals tatenlos zulassen. Bericht Seite 6

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