+
Neue Apple-Firmenzentrale: Trump will nicht nachgeben, was die Tech-Unternehmen zur Verzweiflung treibt.

US-Firmen gegen Trump

Ohne Einwanderer gäbe es kein Silicon Valley

  • schließen

Die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump bedrohe ihren wirtschaftlichen Erfolg, beklagen US-Vorzeigeunternehmen. Ihre Argumente sind dabei so schlicht wie stichhaltig. Ein Kommentar.

Proteststimmung im Silicon Valley: Die Vorzeige-Unternehmen der schönen, neuen Welt schlagen Alarm. Die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump bedrohe ihren wirtschaftlichen Erfolg. Mehr als 160 Unternehmen sind es, darunter Facebook, Google, Microsoft, Amazon und so weiter und so fort. Der Brief, den die Technologiefirmen jetzt an ein Gericht im US-Bundesstaat Virginia verschickt haben, ist eine flammende Anklage gegen die Politik des Immobilienmilliardärs, der seit fast 100 Tagen als Präsident im Weißen Haus dilettiert.

Die Ubers, Snapchats, Teslas, Hewlett-Packards und Intels haben Recht. Trumps zweites Dekret, das ein zunächst auf 90 Tage begrenztes Einreiseverbot für Staatsbürger aus sechs mehrheitlich muslimischen Ländern vorsieht, ist wie sein erstes: ein Papier, das den Anhängern des Populisten Sicherheit vorgaukelt, aber nicht liefert. Aktionismus schlägt Inhalt. Selten stand die Unterschrift eines US-Präsident auf einem nutzloseren Dokument. Gut, dass der Sinnlos-Erlass von einem Gericht in erster Instanz gestoppt wurde.

Doch Trump will nicht nachgeben, was die Tech-Unternehmen schier zur Verzweiflung treibt. Ihre Argumente sind dabei so schlicht wie stichhaltig. Das Einreiseverbot wird die Suche nach talentierten Arbeitskräften erschweren, die Wettbewerbsfähigkeit der US-Unternehmen beeinträchtigen und wird Konzerne aus dem Ausland geradezu ermuntern, ihr Geld für Investitionen eben nicht in den USA auszugeben. Kommt hinzu die Erinnerung daran, dass die USA eine Nation von Einwanderern sind, ohne die es kein Silicon Valley gäbe. Und letztlich waren auch Trumps Vorfahren Einwanderer. Das sollte man nicht vergessen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare