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Ölpreis: Riskantes Spiel der Erzeugerstaaten

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Das um Russland und andere Staaten erweiterte Kartell beharrt auf viel zu geringen Fördermengen (Symbolbild).
Das um Russland und andere Staaten erweiterte Kartell beharrt auf viel zu geringen Fördermengen (Symbolbild). © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Russlands profitiert kurzfristig von den niedrigen Fördermengen, auf denen die Rohöl-Lieferanten bestehen. Langfristig sägen diese jedoch an dem Ast, auf dem sie sitzen. Der Kommentar.

Bewährtes soll man nicht ändern. Heißt es. Bewährt hat sich im globalen Ölgeschäft eine Art Konsens zwischen Erzeuger- und Abnehmerstaaten über die Balance zwischen Angebot und Nachfrage. War die Nachfrage zu groß und der Preis zu hoch, wurde das Angebot erhöht. Das drückte die Preise in den Industrienationen. Auch die Erdölproduzenten hatten ein Interesse an dieser Balance: Sprit und Heizöl dürfen nicht zu teuer sein, sonst schmiert die Konjunktur ab, und mit ihr stürzen die Ölpreise in die Tiefe.

Vieles deutet darauf hin, dass dieser Konsens aufgekündigt ist. Das um Russland und andere Staaten erweiterte Kartell (Opec+) beharrt auf viel zu geringen Fördermengen. So wird der Rohölpreis sehr hoch gehalten. Das geschieht aus Rücksicht auf Russland, das sich die enormen Einnahmen aus dem Geschäft mit dem Rohstoff sichern will, um den Ukrainekrieg und dessen Folgen zu stemmen.

Dies ist für alle anderen Förderländer aber ein Spiel mit dem Feuer, vor allem langfristig: Es kann keine bessere Werbung für Elektroautos geben als extrem hohe Spritpreise. Die Opec+-Länder sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen.

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