GEGEN ISLAMHASS

Nur der erste Schritt

  • Ursula Rüssmann
    vonUrsula Rüssmann
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Mit reichlich Verspätung hat das Bundesinnenministerium jetzt einen „Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit“ berufen. Zu loben ist aber immerhin das breite Mitgliederspektrum: Neben Forschenden finden sich darin Menschen aus Stiftungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Antirassismus-Vereinigungen, wie der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank und der Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit Claim.

Fachleute fordern ein solches Gremium seit langem; bezeichnend, dass es bis zum rassistischen Anschlag von Hanau gedauert hat, dass Horst Seehofer sich das Projekt zu eigen machte. Viel zu lange schon ignorieren die politisch Verantwortlichen die Gefahr, die im wachsenden Hass gegen Muslime und Menschen, die für solche gehalten werden, steckt.

Interessant: Die Runde soll nicht nur Muslimfeindlichkeit untersuchen, sondern auch prüfen, welche „Schnittmengen mit anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ es gibt. Vielleicht setzt sich die Erkenntnis durch, dass Rassismus nicht in Herkunft, Aussehen oder Religion der Angefeindeten wurzelt, sondern in den Ungleichheitsideologien der Rassisten. Jedoch dämmen auch noch so kluge Analysen allein den Menschenhass nicht ein. Es braucht deutlich mehr Mittel von Bund und Ländern für Antirassismusarbeit, Opferberatung und Prävention gegen rechts.

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