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Das neue iPhone soll am 10. September erscheinen.
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Das neue iPhone soll am 10. September erscheinen.

Kommentar Apple

Die Nöte von Apple-Boss Tim Cook

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Längst können Apples Konkurrenten bessere Kartendienste und Smartphones vorweisen. Der weltgrößte Computerkonzern investiert verstärkt in digitale Karten und Navigation, um verlorenes Terrain zurück zu gewinnen. Apple-Chef Tim Cook hofft, dass Großaktionär Icahn bald wieder aussteigt.

Erst Hop-Stop, Locationary und Wifi-Slam. Jetzt noch Embark. Die vier US-Firmen haben Software entwickelt, die mit digitalen Karten und Navigation zu tun hat. Apple hat sie in jüngster Zeit gekauft. Embark hat sich auf elektronische Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs für Smartphones spezialisiert. Dass der weltgrößte Computerkonzern gerade in dieser Sparte investiert, ist kein Zufall.

Digitale Karten und Navigation sind der größte Schwachpunkt im Ökosystem aus Hardware, Software und Dienstleistungen für das iPhone. Zugleich werden solche Anwendungen massiv an Bedeutung gewinnen. Lokalisierungsdienste verbinden die digitale mit der wirklichen Welt - um Restaurants zu finden, sich per Taxi oder S-Bahn fortzubewegen oder sich mit Freunden zu treffen. Just auf diesem Feld erlebte Apple im vergangenen Herbst sein sogenanntes Maps-Gate, als die Firma eine neue Karten-App vorstellte, die voller Fehler war.

Das Maps-Gate war so etwas wie der Auftakt einer Serie von Negativmeldungen, die stark am Renommee von Apple kratzten. Längst können Konkurrenten (Nokia zum Beispiel) nicht nur bessere Kartendienste, sondern auch Smartphones vorweisen, die dem iPhone überlegen sind, etwa das Galaxy S4 von Samsung.

Horrorfigur für Firmenchefs

Apple hat seither teils merklich Marktanteile verloren, der Aktienkurs brach ein. Der Kauf der Kartenspezialisten ist ein Schritt von Apple-Chef Tim Cook, um verlorenes Terrain wieder zu gewinnen. Gleiches gilt für das neue iPhone, das am 10. September kommen soll. Carl Icahn dürfte das erfreuen. Er hat den Absturz von Apple genutzt, um zuerst mit anderthalb Milliarden Dollar bei Apple einzusteigen und um dann zu erklären, dass das Papier unterbewertet sei.

Icahn ist eine Hass- und Horrorfigur für Firmenchefs. Ist er erst einmal in ein Unternehmen eingestiegen, geht er wenig zimperlich vor, um auf die Schnelle viel Geld zu machen. Dazu kann der Versuch gehören, Konzerne zu zerschlagen, um die Einzelteile gewinnbringend zu verkaufen – wie er es einst allerdings erfolglos bei Time Warner versuchte. Kritiker werfen Icahn vor, dass seine Methoden lähmend und sogar zerstörerisch auf Unternehmen wirken können. So hat der seit Monaten blockierte Umbau des Computerkonzerns Dell viel mit Großaktionär Icahn zu tun.

Cook dürfte gewarnt sein. Er zeigt sich jedenfalls gesprächsbereit. Icahn teilte am Freitag mit, man wolle sich im September zum Abendessen treffen. Cooks ist offenbar bemüht, dass Icahns Attacke einigermaßen glimpflich ausgeht. Der Investor will derzeit offenbar „nur“ ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm durchsetzen. „Tim glaubt an einen Aktienrückkauf“ teilte Icahn mit. Für Cook dürfte das die pragmatischste Lösung sein. So kann er darauf hoffen, dass Icahn ihm bei den Plänen für die iPhone-Renaissance nicht dazwischenfunkt und er schon bald wieder bei Apple aussteigt. Zudem kann sich der Konzern auch ein großes Rückkaufprogramm leisten, ohne dass Investitionen und Akquisitionen wie die von Embark darunter leiden: Apple verfügt über Barreserven von knapp 150 Milliarden Dollar.

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