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Die Umfragewerte der SPD zwei Wochen vor der Bundestagswahl sind ernüchternd für die Sozialdemokraten.

Wahlkampf

Niederlage für linkes Lager

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Die SPD sollte sich eine erneute große Koalition ersparen. Und ein Mitte-Links-Bündnis wird es nach der Wahl wohl kaum geben. Union, FDP und AfD dürfen sich freuen. Ein Kommentar.

Die Bundestagswahl 2013 hatte eine Mehrheit für Rot-Rot-Grün ergeben. Schon damals sprach vieles dagegen, dass aus dem knappen Vorsprung ein Mitte-Links-Bündnis würde. Den Ausschlag gab, dass die Union den skeptischen Sozialdemokraten versprach, sehr viele ihrer Forderungen umzusetzen.

Nun jedoch ist nichts so fern wie eine Regierung ohne CDU/CSU und eine Mehrheit links davon. Die erste Umfrage nach dem Schulz-Angriff im Fernsehen sieht die SPD schwächer denn je. Dies weist direkt in eine Sackgasse: Die Union wird zunächst vor Kraft kaum laufen können – um schnell zu merken, dass sie zwar wieder die Kanzlerin stellen kann, aber Koalitionspartner nur findet, wenn sie viel von dessen Programmatik umzusetzen hilft.

Die SPD sollte nicht erneut in eine große Koalition eintreten. Für die Grünen könnte der Eintritt in einer ansonsten schwarz-gelbe Regierung der letzte Sargnagel werden, zumindest aber eine Zerreißprobe. Das wird teuer für die Union. Und die FDP kann pokern. Die Union wird am Ende mit dem Ergebnis leben können, AfD und FDP sowieso.

Das linke Lager jedoch muss schon jetzt einsehen, dass es vier Jahre lang keinen Schritt weiter gekommen ist, die Basis für eine Regierung ohne die CDU zu schaffen.

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