+
Die Kanzlerin selbst begründete den späten Zeitpunkt der Reise nicht mit Worten, sondern mit der gesamten Art ihres Auftritts.

Kommentar

Nichts ist zu Ende

  • schließen

Die Kanzlerin bekennt sich beim Besuch im ehemaligen Vernichtungslager erneut überzeugend zur bleibenden deutschen Verantwortung für den Holocaust. Ein Kommentar.

Der Name Auschwitz steht wie kein zweiter Begriff für die Menschheitsverbrechen, die Deutsche zwischen 1939 und 1945 verübt haben. Da konnte es schon verwundern, dass Kanzlerin Merkel die KZ-Gedenkstätte im heutigen Polen nach 14 Jahren im Amt am Freitag erstmals besuchte.

Die Kanzlerin selbst begründete den späten Zeitpunkt der Reise nicht mit Worten, sondern mit der gesamten Art ihres Auftritts, der keinen Zweifel daran ließ, wie wichtig ihr dieser Besuch persönlich war. Aber auch politisch gibt es nicht den geringsten Anlass, Merkel Geschichtsvergessenheit oder gar Versöhnungsunlust vorzuwerfen. Ganz im Gegenteil: Die Kanzlerin hat sich wieder und wieder zur bleibenden deutschen Verantwortung für den Holocaust bekannt, aber auch für den NS-Terror im besetzten Polen.

In Auschwitz fällt das richtige Zeichensetzen aber um ein Vielfaches schwerer. Das hat vor allem mit der Schweigen gebietenden Aura des Ortes zu tun, aber auch mit der faktischen Exterritorialität der Gedenkstätte, die auf polnischem Boden an einen monströsen Massenmord erinnert, den Deutsche verübt haben. 

Von Ulrich Krökel

Polens herrschende Rechtsnationalisten verschieben die Präsidentenwahl – ein bisschen. Und eigentlich verfassungswidrig. Jedes Mittel ist ihnen recht, um an der Macht zu bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare