Der Fall Khashoggi

Nicht das letzte Wort

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Das saudische Urteil trifft lediglich die Handlanger, nicht aber die Drahtzieher - damit sollten die Machthaber in Riad nicht davon kommen dürfen. Der Kommentar.

Die unglaublich skandalöse Geschichte des Falles Khashoggi hat viel zu viele Kapitel, Das nun erlassene Urteil gegen die mutmaßlichen Handlanger ist lediglich ein weiteres. Denn die saudische Justiz hat den Tathergang öffentlich nicht aufgeklärt und hat die Drahtzieher nicht zur Rechenschaft gezogen.

Das vielleicht schlimmste an dem monströsen Staatsverbrechen ist, dass die Machthaber von Riad wie der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman mit ihrer Version davonkommmen. Erst als lügen und leugnen nicht mehr half, hat der Prinz die Verantwortung übernommen. Ohne Konsequenzen. Das muss, darf nicht sein.

Möglichkeiten gibt es jedenfalls. Die Vereinigten Staaten könnten sich in dem Fall einschalten, weil Khashoggi dort lebte, die Türkei könnte als Land des Tatorts ermitteln, Deutschland und die anderen EU-Staaten könnten Sanktionen verhängen, die Vereinten Nationen ein UN-Tribunal einrichten, das den Fall wirklich aufklärt.

Geschieht das nicht, dann bestätigt die Weltgemeinschaft ein Bonmot in dieser Saga. Es lautet: Saudi-Arabien is to big to jail. Doch kein Land und schon gar kein Machthaber sollte zu groß für ein juristisches Verfahren und ein angemessenes Urteil sein.

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