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Klimalabel: Nicht flunkern

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Die Lebensmittelindustrie hat nach gesunder Ernährung und Tierwohl jetzt auch noch den Klimaschutz entdeckt. Aber hält die Bezeichnung, was sie verspricht?
Die Lebensmittelindustrie hat nach gesunder Ernährung und Tierwohl jetzt auch noch den Klimaschutz entdeckt. Aber hält die Bezeichnung, was sie verspricht? © Gottfried Czepluch/Imago

Wenn die Lebensmittelindustrie ihre Produkte mit „klimaneutral“ anpreist, dann müssen sie das nachweisen können - oder sollten sich große Versprechungen lieber sparen. Der Kommentar.

Schon beim Gang durch den Supermarkt lässt sich die Welt retten. Oder zumindest das Klima – vorausgesetzt, man kauft die richtigen Produkte. Das jedenfalls suggeriert die Lebensmittelindustrie, die nach gesunder Ernährung und Tierwohl jetzt auch noch den Klimaschutz entdeckt hat. Nur günstig zu sein oder bessere Qualität als die Konkurrenz anzubieten, reicht nicht mehr. Immer mehr Firmen werben deshalb mit Begriffen wie „klimaneutral“ oder „klimapositiv“.

Doch es gibt keine Standards oder Kriterien um zu berechnen, wie stark ein Produkt das Klima belastet. Das macht es der Industrie leicht, unbequeme Aspekte auszublenden. Lebensmittel können klimafreundlich hergestellt sein, aber an anderer Stelle Müll produzieren, lange Transportwege haben oder das Grundwasser belasten.

Dass Produkte dennoch als klimafreundlich beworben werden können, ist irreführend. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt es deshalb, genau zu prüfen, was da verkauft wird. Aber wer ist schon in der Lage, eine ganze Produktionskette lückenlos nachzuvollziehen? Wenn Firmen mit Klimafreundlichkeit werben, haben sie die Pflicht, ihre Produkte ganzheitlich zu betrachten und für größtmögliche Transparenz zu sorgen. Andernfalls sollten sie sich große Versprechungen lieber sparen.

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