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China nicht blind vertrauen

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Von: Stefan Winter

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Chinas Staatschef Xi Jinping: Derzeit ist die chinesische Führung entweder wirtschaftspolitisch ratlos – oder sie setzt andere Prioritäten.
Chinas Staatschef Xi Jinping: Derzeit ist die chinesische Führung entweder wirtschaftspolitisch ratlos – oder sie setzt andere Prioritäten. © Yao Dawei/dpa

Managerinnen und Manager müssen sich hierzulande von dem Glauben verabschieden, dass sie in China unter weiser Führung mit einer Vollkaskoversicherung für Wachstum unterwegs sind. Der Kommentar.

Dem chinesischen Wirtschaftssystem haben deutsche Manager nahezu blind vertraut. Die gleichen Leute, die in der Heimat die freie Wirtschaft priesen, genossen am anderen Ende der Welt die staatliche Lenkung. Doch das Bild bekommt Risse. Die selbstbewussten privaten Tech-Unternehmer im Land sind eingebremst worden. Die Null-Covid-Strategie, durchgesetzt mit den Mitteln eines autoritären Regimes, dämpft die Konjunktur massiver und vor allem nachhaltiger, als es zunächst den Anschein hatte.

Nach den Erfahrungen mit Russland wird von deutschen Unternehmen zunehmend gefordert, die Abhängigkeit von China zu verringern. Das wird bestenfalls in Maßen möglich sein: Einer der größten Exporteure der Welt wird nicht ohne den zweitgrößten Markt der Welt zurechtkommen.

Aber verabschieden müssen sich Managerinnen und Manager von dem Glauben, dass sie dort unter weiser Führung mit einer Vollkaskoversicherung für Wachstum unterwegs seien. Derzeit ist die chinesische Führung entweder wirtschaftspolitisch ratlos, oder sie setzt andere Prioritäten.

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