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Inflation: Alleine schafft Scholz es nicht

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Von: Andreas Niesmann

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Kanzler Olaf Scholz bei der „konzertierten Aktion“.
Kanzler Olaf Scholz bei der „konzertierten Aktion“. © Michael Sohn/dpa

Es ist richtig, dass der Kanzler angesichts der Inflation nicht die Hände in den Schoß legt, aber noch besser wäre es, wenn Scholz zugeben würde, dass er allein das Problem nicht lösen kann. Der Kommentar.

Miteinander zu reden, ist meist besser, als zu schweigen – insofern ist wenig dagegen zu sagen, wenn der Bundeskanzler angesichts historischer Teuerungsraten die Spitzen von Gewerkschaften und Arbeitgebern ins Kanzleramt bittet. Doch Olaf Scholz hat drei Fehler gemacht.

Er hat die Latte viel zu hoch gelegt. Mit seiner Ankündigung einer „konzertierten Aktion“ hatte der Sozialdemokrat bewusst auf historische Anti-Krisen-Bündnisse Bezug genommen und damit Erwartungen geweckt, die er kaum erfüllen konnte.

Zweitens hat er mal wieder ungeschickt kommuniziert. Eine ganze Woche ließ der Kanzler Berichte unkommentiert, wonach er den Tarifparteien Einmalzahlungen statt Lohnerhöhung mit Hilfe eines Steuerrabattes schmackhaft machen wolle. Und er hat mit seinem Lob für die Tarifeinigung in der Chemiebranche die – nun angeblich falsche – Richtung der Debatte selbst vorgegeben. Angesichts der unsicheren Lage hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Chemieindustrie auf eine Einmalzahlung geeinigt.

Es ist richtig, dass der Kanzler angesichts der Inflation nicht die Hände in den Schoß legt. Noch besser wäre es, wenn Scholz zugeben würde, dass er allein das Problem nicht lösen kann. Auch wenn das seinem Selbstbild offenbar widerspricht.

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