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Man könnte sich vornehmen, nicht mehr darüber zu diskutieren, wo Greta Thunberg gerade ist, wie sie da hingekommen ist, ob sie instrumentalisiert wird und von wem.

Neujahrsvorsätze

Den Fleischkonsum einschränken, weniger Plastik verbrauchen: Vorsätze, die Gutes für die Zukunft bewirken

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Nach Weihnachten rücken alljährlich gute Vorsätze für das neue Jahr ins Blickfeld. Manche davon könnten zu kollektivem Handeln führen und schnell tragfähig werden. Die Kolumne.

Während die Personenwaagen nach Weihnachten wieder heftig ausschlagen, machen gute Vorsätze die Runde, allerdings meist im Verborgenen.

Wie wäre es denn, wenn man die eigenen Vorsätze für das neue Jahr laut verkündete und alle, die zuhören, bäte, sich das Gleiche vorzunehmen? Es könnten Vorsätze sein, die kollektiv Gutes für die Zukunft bewirken.

Vorsätze für 2020: Weniger über Greta Thunberg diskutieren, sich nur mit ihren Forderungen beschäftigen 

Man könnte sich vornehmen, nicht mehr darüber zu diskutieren, wo Greta Thunberg gerade ist, wie sie da hingekommen ist, ob sie instrumentalisiert wird und von wem. Man könnte sich stattdessen nur mit ihren Forderungen beschäftigen und ihr abnehmen, dass sie aus Überzeugung handelt. Oder zur Kenntnis nehmen, dass ihre Mutter, die Opernsängerin Malena Ernman, aus den gleichen Gründen nur noch Engagements an Häusern annimmt, die sie mit dem Zug erreichen kann.

Vorsätze für 2020: Weniger Plastik verbrauchen

Man könnte sich vornehmen, weniger Plastik zu verbrauchen. Man könnte damit über die gesetzlichen Regelungen hinausgehen, die uns die Europäische Union und die Bundesregierung vorsetzen. Plastikverzicht täte den Meeren gut und wäre zudem eine Vorsichtsmaßnahme für unser Wohlergehen, denn man weiß zwar, dass wir längst Mikroplastik im Körper haben, aber nicht, was es dort anrichtet.

Vorsätze für 2020: Mehr regionale Produkte kaufen

Man könnte mehr regionale Produkte kaufen, statt mit Flugananas und südafrikanischen Erdbeeren den Luftraum zu belasten. Bioäpfel aus Chile sind in deutschen Supermärkten ein Widerspruch in sich. Und dann könnte man gleichzeitig noch den Fleischkonsum einschränken und verändern. Das empfiehlt sogar das Gesundheitsministerium. Weniger davon verzehren und auf Qualität achten, nicht so sehr darauf, welcher Discounter der billigste ist. Es wäre ein Beitrag zum Schutz des eigenen Körpers, der Tiere und des Klimas.

Vorsätze für 2020: Flüchtlingspolitik fordern, die Humanität vor Menschenquoten setzt

Eine Flüchtlingspolitik fordern, die Humanität vor Menschenquoten setzt, wäre ebenfalls eine gute Idee! Man könnte sich auch vornehmen, sich von ein paar liebgewordenen Glaubensfragen zu verabschieden. Zum Beispiel, dass von rechts keine Gefahr droht, dass Präsident Trump ernsthafte Friedensgespräche mit Nordkorea sucht, dass Handydaten im Verteidigungsministerium ordnungsgemäß verwahrt werden, dass das Artensterben so schlimm nicht ist, dass die Pole ihre Eispanzer behalten und dass die deutsche Automobil-Industrie ihren Weg in eine nachhaltige Zukunft gefunden hat.

Echte Hoffnung besteht immerhin, dass der nächste Tatort besser wird und dass in zwölf Monaten wieder eine Welle guter Vorsätze rollt, wie alle Jahre wieder. Vielleicht haben bis dahin einige Raucher sogar ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt, das Rauchen aufzugeben.

Silvester: Auf Böller und Raketen verzichten

Wer sich jetzt vornimmt, nächstes Weihnachten die alljährlichen Verpackungsmüll-Berge zu vermeiden, hat erst einmal wieder fast ein Jahr Zeit gewonnen.

Andere Vorsätze lassen sich dagegen gleich umsetzen. Schon für die kommende Silvesternacht könnte man sich vornehmen, auf Böller und Raketen zu verzichten. Einige Städte haben ohnehin bereits Feuerwerksverbote erlassen. Ein Jahresanfang ohne Brandwunden, Luftverpestung, Krach und Feinstaub wäre ein wunderbarer Grund, besonders fröhlich zu feiern.

Aktivistinnen wie Kapitänin Carola Rackete oder die Klimaschützerinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer sind mächtig geworden, ohne dass sie diese Macht je angestrebt hätten. Doch dafür zahlen sie auch einen Preis.

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