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Israels Generalstaatsanwalt will Anklage gegen Regierungschef Benjamin Netanjahu wegen Korruption erheben.

Israel

Netanjahus Zeit läuft ab

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Die Koalition steht hinter Israels Premier, obwohl er wegen Korruption angeklagt werden soll. Der Kommentar. 

Lange hat Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit gezögert, bevor er sich entschloss, Benjamin Netanjahu wegen des Verdachts auf Korruption, Untreue und Betrug anzuklagen. Mandelblits Unentschlossenheit ließ liberale Israelis an ihrem Rechtsstaat zweifeln. Fast sah es so aus, als stünde nun auch dieser als unabhängig geltende Jurist unter dem Einfluss der Regierung.

Nun gab er bekannt, Anklage gegen den Premierminister erheben zu wollen. Die Nachricht ist eine Sensation. Denn bis zur Wahl einer neuen Regierung sind es nur noch sechs Wochen. Der Wahlkampf ist in vollem Gange.

Netanjahu sprach von einer „politischen Hinrichtung“ und beschuldigte Mandelblit, sich dem Druck aus dem linken Lager gebeugt zu haben. Dies zeigt, dass der Mann, der seit zehn Jahren sein Land regiert und gerade mit einer rassistischen Partei koaliert hat, sich für unfehlbar hält und jegliches Unrechtsbewusstsein verloren. Die Zeit von „King Bibi“ scheint vorbei zu sein. In den Umfragen liegt sein Kontrahent Benny Gantz vorn. Die Entscheidung des Staatsanwaltes kam genau zur richtigen Zeit. 

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