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Theresa May steht unter Druck.

Brexit

Nationalismus statt Vernunft

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Im Parlament formiert sich der Widerstand gegen den harten Brexit. Ein Kommentar.

Die Befürworter eines harten Brexits durchlebten zu Wochenbeginn ein Wechselbad der Gefühle. Den Sturz von Innenministerin Amber Rudd verbuchten sie als Gewinn: Die Politikerin hatte für eine Aufweichung der Regierungslinie geworben, wonach Großbritannien aus Binnenmarkt und Zollunion austreten soll. 

Von Rudds Nachfolger, dem erklärten Europaskeptiker Sajid Javid, ist dies nicht zu erwarten. Doch formiert sich im Parlament der Widerstand. Davon zeugte am Montag im Oberhaus die bereits neunte Abstimmungsniederlage für das Austrittsgesetz der Regierung. Außenhandelsminister Liam Fox schäumte, die nicht gewählte Kammer habe sich damit gegen den Volkswillen gestellt. 

Woraus dieser besteht, ist freilich unklar: Das Referendum war denkbar knapp ausgefallen, Premierministerin Theresa May steht einer Minderheitsregierung vor. Im Unterhaus verstärkt Rudd nun das Häuflein pro-europäischer Tories, die wie die Labour-Opposition für eine Zollunion werben. Vielleicht verhelfen sie der Sache der Vernunft doch noch zum Durchbruch – zum Ärger der nationalistischen Ideologen. 

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