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Die Hände im Schoß - so wird Donald Trump der Krise nicht Herr werden.

Kommentar

Nationalismus hilft nicht gegen die Pandemie

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Dem US-Präsidenten Donald Trump dient das Coronavirus als Beschleuniger seiner Abschottungspolitik. Ein Kommentar.

Der Präsident der USA nimmt die Corona-Epidemie endlich ernst. Wochenlang verbreitete Donald Trump Lügen über das Virus. Jetzt hat er die Gefahr für Leib und Leben der US-Bürgerinnen und -Bürger eingestanden. Aus der richtigen Erkenntnis zieht Trump allerdings den falschen Schluss. Ein Einreiseverbot für Chinesen und EU-Bürger wird die Verbreitung des Virus in den USA nicht aufhalten. Aber darum ging es Trump auch nicht. Sonst hätte er Großbritannien nicht ausgenommen, wo schon acht Menschen am Virus starben.

Der Erreger dient Trump als Beschleuniger seiner Abschottungspolitik. Corona – von Trump mit rassistischem Unterton als „ausländisches Virus“ bezeichnet – ist der willkommene Vorwand für eine weitere Verschärfung der US-Einwanderungs- sowie der Handelspolitik. Es ist das langersehnte Instrument, mit dem der Isolationist Trump die Entflechtung der USA aus der globalisierten Welt brachial angehen kann.

Aber Nationalismus hilft nicht. Die Corona-Krise legt die Mängel des US-Gesundheitssystems offen. Hier gäbe es für einen US-Präsidenten, der sich im Wahljahr als Krisenmanager beweisen will, viel zu tun. Erfolgversprechend wäre eine Strategie, die auf internationale Zusammenarbeit setzt. Schließlich ist die Bedrohung global.

Von Marina Kombakik

Und Gott sendete mit Corona die Plage: Kommunion und Weihwasser werden in Zeiten des Coronavirus zum Risiko. Fundamentalisten sehen in der Pandemie eine Strafe Gottes - das ist brandgefährlich.

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