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Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, inwieweit unsere Gesetze zu Adoption und Fortpflanzungsmedizin noch zeitgemäß sind.

Kinderwunsch

Nachwuchs ja, aber nicht um jeden Preis

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Die Vorschläge aus der FDP, die Vorschriften beim Embryonenschutz zu lockern, sind eine Debatte wert. Die muss aber auch ethische Grenzen berücksichtigen. Ein Kommentar.

Über den Vorschlag der FDP zu Kinderwunschbehandlungen lässt sich trefflich streiten. Gut so! Denn mit einem hat deren Gesundheitsexpertin Helling-Plahr auf jeden Fall recht: Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte darüber, inwieweit unsere Gesetze zu Adoption und Fortpflanzungsmedizin noch zeitgemäß sind – und welche Werte wir ihnen zugrunde legen wollen.

Klar ist: Der Staat darf sich bei der Unterstützung für Menschen mit Kinderwunsch nicht auf die Heteroehe als alleinige Norm festlegen. Im Mittelpunkt muss das Wohl des Kindes stehen – und nicht die Frage, ob seine Eltern das gleiche Geschlecht haben. Oder einen Trauschein.

Wenn die FDP allerdings zugleich die Legalisierung von Leihmutterschaft und Embryonenspende fordert, hat sie eher das Wohl (zahlungskräftiger) künftiger Eltern im Blick als das des Ungeborenen. Wie soll das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Herkunft durchgesetzt werden? Wer zahlt Unterhalt? Wie wird verhindert, dass aus der Mutterschaft ein Geschäft wird? Kinderwünsche erfüllen: ja – aber nicht um jeden Preis.

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