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Neue Freunde ringen bereits um Thilo Sarrazin.

AfD-Einladung

Nach SPD-Schiedsgericht: Thilo Sarrazin schafft es nach ganz rechts 

Thilo Sarrazin will den Beschluss des SPD-Schiedsgerichts nicht akzeptieren. Warum nicht? Neue Freunde der AfD ringen bereits um ihn. Ein Kommentar.

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. So hat das SPD-Schiedsgericht entschieden, dass Thilo Sarrazin aus der Partei verbannt werden kann. Andreas Köhler, Anwalt des umstrittenen Politikers und Buchautors, kündigte hingegen umgehend an, gegen das Urteil des Schiedsgerichts Einspruch zu erheben. Notfalls werde man alle Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht durchlaufen. Im Dezember 2018 sagte Sarrazin selbst, dass er sich in der SPD „nach wie vor gut aufgehoben“ fühle. Gelinde gesagt klingt das nach einem gehörigen Realitätsverlust. 

Sarrazin und die AfD

Blanker Hohn und grotesk zugleich wäre es, wenn Sarrazin tatsächlich klagen würde, denn der Politiker hat den Sozialdemokraten mit seinen anti-muslimischen und kultur-rassistischen Äußerungen massiv geschadet. "Schon die achtjährigen (muslimischen) Mädchen in der Schule wissen oft bereits, welchen Vetter sie einmal heiraten werden", schrieb er beispielsweise in seinem 2018 veröffentlichten Buch "Feindliche Übernahme". 

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Rassismus pur und widerlich zugleich. Offensichtlich hat er die Partei gezielt vor den eigenen Karren gespannt, um mit seinen Bücherveröffentlichungen zu polarisieren. Denn er hat es salonfähig gemacht, dass auch ein Sozialdemokrat, der angeblich in der "gesellschaftlichen Mitte steht", rechte Theorien verbreiten kann. Damit könnte Feierabend sein, wenn sich die SPD zur Abwechslung mal wieder auf Antirassismus besinnt und Sarrazin in die Wüste schickt. 

Gauland, Höcke  und Sarrazin?

Doch hat Sarrazin es überhaupt nötig, gegen den Beschluss zu klagen? Vielleicht bietet sich ihm eine andere, weitaus reizvollere "Kooperation".  Der Berliner Landesverband der AfD zumindest lud den Politiker umgehend ein, der Partei beizutreten. Sarrazin und die AfD - die könnten noch Freunde fürs Leben werden. Wenn sie es nicht schon sind.  Bei einem Bierchen mit Gauland oder Höcke könnte er ganz ungeniert über Ausländer, Geflüchtete und den Islam hetzen. Am Stammtisch wäre er einer von vielen Rechtsextremen. Seine Parolen würden untergehen. Hoffentlich verschwindet Sarrazin dann für immer mit seinen neuen Kumpanen in der lokalen AfD-Stammtisch-Kneipe und schafft sich ab.

Von Moritz Serif 

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