Fraktionsspitze

Gestörte Harmonie bei den Grünen

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Die Grünen sollten Cem Özdemir nach dessen Niederlage bei der Wahl der Fraktionsspitze besser einbinden.

Cem Özdemir und Kirsten Kappert-Gonther ist es nicht gelungen, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter von der Fraktionsspitze zu verdrängen. Doch nach der absehbaren Niederlage vor allem für das Grünen-Urgestein Özdemir in dem normalen demokratischen Verfahren können die Grünen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Zum einen kann die zahlenmäßig kleinste Fraktion die Forderung der Herausforderer nach einer stärkeren Rolle der Grünen im Parlament nicht vergessen machen. Zum anderen werden sie Cem Özdemir aus der zweiten Reihe nach vorne holen müssen, um weitere eher überraschende und störende Manöver von ihm zu vermeiden.

Beides wird nicht einfach. Schließlich sind die prominentesten Posten an der Spitze der Partei und der Fraktion besetzt. Außerdem ist deren Arbeit erfolgreich – gemessen an Umfragewerten und Wahlergebnissen. Auch inhaltlich können sich die Grünen derzeit nicht beklagen, bestimmt doch ihr Kernthema Klimaschutz die Schlagzeilen. Zu diesem Höhenflug der Grünen gehört die Harmonie, die Özdemir gestört hat. Wer solche Störfeuer verhindern will, der muss Özdemir eben besser einbinden. Zumal er so schnell nicht Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg beerben kann.

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