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SpaceX will Menschen auf den Mars bringen

Müll

Weltraumschrott auf den Mars?

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Raketenschrott umkreist die Erde und die Müllabfuhr funktioniert nicht. Wohin sollte sie den Müll auch bringen? Der Mars könnte die Lösung sein.

Auch der beste Handwerker verliert mal Werkzeug. Und wenn es nicht geklaut worden ist, taucht es meist auch wieder auf. Ansonsten kann man sich im Baumarkt schnell Ersatz besorgen. Das ist beruhigend. Etwas anders ist die Lage, wenn einem Astronauten beim Außeneinsatz im Weltall der Schraubenzieher aus der Hand rutscht. Das soll durchaus vorkommen. Der ist für immer weg und gesellt sich zu den gut 150 Millionen Überbleibseln von Satelliten, Raketen und Sonden, die als Schrottteile durch den Weltraum sausen.

Dort bleiben sie erst einmal. Denn es gibt weltweit kein Gesetz, welches das Abladen und die Entsorgung von Müll im All regelt. Geschweige denn gibt es jemanden, der ein brauchbares Verfahren hätte, um das Zeug aus dem Weltraum zu fischen. Immerhin haben die Raumfahrtagenturen inzwischen eine verblüffende Erkenntnis gewonnen: Wie Land und Meer ist auch das Weltall keine Müllkippe mit unendlichem Fassungsvermögen.

Technik verschrottet im All

Bei der Europäischen Weltraumagentur ESA in Darmstadt gibt es sogar ein Weltall-Müllbüro, das nach möglichen Strategien sucht, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte. Und das hat schon ein schönes Kürzel erfunden: ADR, Active Debris Removal, die aktive Beseitigung des Abfalls. Ein Kürzel gibt es also schon, aber eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Sorge bereitet weniger, dass so ein Müllteil auf die Erde stürzen könnte und dabei Menschen verletzt. Angeblich ist diese Gefahr dreißig Millionen mal geringer als die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall im Straßenverkehr verletzt zu werden. Aber schon ein nur zentimetergroßes Stückchen könnte einen wertvollen Satelliten beschädigen oder sogar seine Funktionen zerstören.

Telekommunikation, Wettervorhersagen, Navigationssysteme, Spionage, Rundfunk und Fernsehen, eine kaum vorstellbare Anzahl von praktischen, angenehmen, geheimen und selbstverständlichen Diensten leisten Satelliten heute. Ohne sie wäre die moderne Welt ziemlich hilflos. Rund 1900 von ihnen sind im All unterwegs, zu wissenschaftlichen, militärischen und kommerziellen Zwecken – oder inzwischen als Schrott. Eigentlich schade, dass Erde und All jetzt gemeinsam haben, dass sie beide so vermüllt sind.

Müll im Weltraum

Aktuell hat sich diese Woche wieder eine internationale Konferenz in Darmstadt mit dem Müll im Weltraum befasst. Immerhin geben die Experten zu, dass die Vermeidung von Müll auch im All von Anfang an viel besser und billiger gewesen wäre, als jetzt eine Weltraummüllabfuhr loszuschicken. Unbeantwortet bleibt bisher die Frage, wie eine solche Müllabfuhr in der Umlaufbahn der Erde funktionieren könnte und auch, wohin der eingesammelte Müll dann eigentlich verbracht werden soll.

Weltraumschrott zurück auf die Erde, wo er herkommt? Wir haben hier schon genug Entsorgungsprobleme. Da fällt einem ein, dass wir Europäer doch jahrzehntelang praktische Erfahrungen sammeln konnten mit dem Müllexport in andere Kontinente. Warum ihn also nicht auf andere Himmelskörper verfrachten?

Man könnte ihn auf den Mond schießen. Auf der Vorderseite wäre das allerdings für jeden von der Erde aus sichtbar, und das wäre peinlich! Auf der Rückseite geht es auch nicht, denn da filmen seit neuestem die Chinesen. Und der Mars? Ist weit weg! Aber halt, Marsmenschen scheint es ja nicht zu geben. Wer also sollte den Mars zumüllen, wenn nicht wir Erdenmenschen?

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