Auch in Frankfurt wird gegen Rassismus demonstriert. 
+
Auch in Frankfurt wird gegen Rassismus demonstriert. 

Kommentar zu Rassismus

Ein Polizist überzieht einen Gefangenen mit übelsten Beschimpfungen. Das Motiv heißt Hass

  • Stefan Behr
    vonStefan Behr
    schließen

Ein Polizist überzieht einen Gefangenen mit übelsten Beschimpfungen. Und das soll einfach nur so „im Eifer des Gefechts“ passiert sein? Der Kommentar.

Rassismus verletzt. Oft körperlich, immer seelisch. Die Standardverteidigung von Rassisten, die wegen einer rassistisch motivierten Straftat vor Gericht stehen, ist, dass sie ja gar keinen Grund gehabt hätten, ihr Gegenüber zu verletzen. Das ist natürlich Unfug. Der Rassist findet den Grund für seine Attacken in der bloßen Existenz seines Kontrahenten.

Auch der Polizist, der am Donnerstag in Frankfurt wegen der üblen rassistischen Beleidigung eines Gefangenen verurteilt worden ist, behauptet, kein Motiv für solch eine Tat gehabt zu haben. Dabei ist die deutsche Sprache reich an wunderschönen Kraftausdrücken, die man seinem Gegner an den Kopf werfen kann, ohne ihn dadurch zu diskriminieren.

Es bleibt das Geheimnis des Amtsrichters, wie er auf die Idee kommt, dass ein Polizist gegenüber Kollegen einen Gefangenen, der ihn in diesem Moment gar nicht hören kann und der der deutschen Sprache nicht mächtig ist, „nicht aus Gesinnung, sondern im Eifer des Gefechts“ eine „Negersau“ schimpft. Wenn dem so gewesen ist, und davon geht das Gericht aus, gibt es dafür nur ein Motiv: Rassismus. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare