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Moscheesteuer lenkt von grundsätzlichen Fragen ab

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Von: Stephan Hebel

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Blick auf die  Sheikh Zayed Grand Mosque in Abu Dhabi. Viele muslimische Verbände und Gemeinden in Deutschland werden aus den arabischen Golfmonarchien oder aus der Türkei finanziert.
Blick auf die Sheikh Zayed Grand Mosque in Abu Dhabi. Viele muslimische Verbände und Gemeinden in Deutschland werden aus den arabischen Golfmonarchien oder aus der Türkei finanziert. © rtr

Nur auf den ersten Blick eine gute Idee: Der Islam in Deutschland soll sich so ähnlich finanzieren wie die Kirchen. Unser Kommentar.

Der Islam wird in Deutschland leicht unter Generalverdacht gestellt, und das verleiht selbst bedenkenswerten Vorschlägen einen unangenehmen Beigeschmack. Auch der Idee einer „Moscheesteuer“, die gerade das weihnachtliche Nachrichtenloch füllt.

Richtig ist: Wenn der Islam „zu Deutschland gehören“ soll, wird er seine eigenen Organisationformen finden müssen, möglichst unabhängig von Geld und Einfluss politischer Institutionen im Ausland. So weit leuchtet der Vorschlag, das Prinzip Kirchensteuer auf den Islam auszuweiten, ein.

Kirche als falsches Vorbild

Er lenkt allerdings zugleich von grundsätzlichen Fragen ab. Zum Beispiel: Wenn man Gläubige schon für willenlose Objekte der Propaganda von außen hält: Wer sagt, dass eine Steuer daran etwas ändert? Und was ist mit dem Papst und den Katholiken? Oder: Wer sagt, dass die staatsnahe Organisation der Kirchen, wie wir sie kennen, als Vorbild taugt?

Ob Christen, Juden oder Muslime: Je stärker sich Menschen in dieser Gesellschaft zu Hause fühlen, desto besser werden sie sich vor Bevormundung zu schützen wissen. Daran zu arbeiten, ist die eigentliche Aufgabe.

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