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Hat Putin Grosny noch im Griff?

Kommentar

Der Mord in Moabit: Moskau ist zu weit gegangen

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Deutschland und die anderen EU-Staaten müssen Russland daran hindern, politischen Gegner zu liquidieren. Der Kommentar.

Der Generalbundesanwalt schreibt zum Mord an dem tschetschenischen Flüchtling in Berlin, dass er „entweder im Auftrag von staatlichen Stellen der Russischen Föderation oder solchen der Autonomen Tschetschenischen Republik“ geschehen sein könnte. Das ist ein wichtiger Punkt. Sollte sich herausstellen, dass der Mord aus Grosny beauftragt wurde, wäre das ein deutliches Zeichen dafür, dass der Kreml seinen südlichen Diktator nicht im Griff hat. Und das wiederum ist der eigentliche Kern des Falles und der Grund für die schwierige Kooperation mit Russland bei den Ermittlungen.

Moskau lässt morden und nimmt Morde hin

Moskau steht so oder so schlecht da. Entweder es lässt morden, oder es kann politische Morde nicht verhindern. Erinnert man sich an die Fälle Litwinenko (2006) und Skripal (2018) sowie an die Tötung von Umar Israilow in Wien 2009, dann ist beides höchst wahrscheinlich: Moskau lässt morden und nimmt Morde hin, die Grosny verantwortet.

Moskau ist zu weit gegangen

Die Frage ist, wie lange die EU, wie lange Deutschland das noch hinnehmen wollen und warum Menschen, die in der EU Schutz suchen, ihn hier nicht finden. Berlin wird nichts anderes übrig bleiben als deutlich zu machen, dass Moskau zu weit gegangen ist. Die Ausweisung von zwei russischen Diplomaten reicht dafür noch nicht.

Von Viktor Funk

Der Mord in Moabit und die anschließenden diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen der Bundesrepublik und Russland sind Thema des Tages in der FR.

Mord in Moabit ist kein Einzelfall: Nicht nur in Berlin töten russische Täter politische Gegner. Viele Fälle zeigen: sie morden gar mit Behördenhilfe.

Eine breite Spur führt nach Russland: Der Verdächtige im Berliner Tschetschenen-Mord soll von Moskaus Geheimdienstnach Deutschland geschleust worden sein, obwohl er schon zuvor wegen Mordes gesucht wurde.

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