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Nach dem Ende der 5G-Mobilfunkauktion ist der Weg frei für ultraschnelle Netze. Wie hier in der Schweiz werden auch in Deutschland nun entsprechende Masten aktiviert.

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5G-Ära beginnt mit Streit

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Das Gemecker von Telekomfirmen muss man nicht ernst nehmen, die Investitionen in die Digitalisierung schon.

Jammern gehört zum Repertoire jeder PR-Abteilung. So dauerte es auch nach dem Abschluss der 5G-Frequenzversteigerung nicht lange, bis Firmen maulten. Die Auktion sei schlecht gelaufen, die Bedingungen unfair, der Preis zu hoch. Und das bezahlte Geld wolle man als Förderung zurück.

Dass die Platzhirsche Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica sauer sind, ist verständlich. Mit 1&1 Drillisch und ihrer Muttergesellschaft United Internet mischt ein vierter Anbieter mit. Das ist eine gute Nachricht für die Verbraucher. Damit wird der lahme Wettbewerb schwungvoller. Das wird die Preise drücken. Außerdem werden Funklöcher kleiner. Auch das Argument, es stünde kein Geld mehr zur Verfügung für den Netzausbau, überzeugt nicht. Die Branche setzt hierzulande jährlich rund 27 Milliarden Euro um. Das relativiert den Gesamtpreis von 6,6 Milliarden Euro.

Die Regierung sollte aber das Geld möglichst schnell für die Digitalisierung ausgegeben. Bisher fließen die für den Breitbandausbau eingeplanten Mittel aus dem Digitalfonds nur zögerlich ab, weil der Förderanteil des Bundes zu klein und die Bedingungen zu kompliziert sind. Sie sollte auch nicht nur den Glasfaserausbau fördern, sondern Anreize setzen, damit Funklöcher bei 4G/LTE geschlossen werden. 

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