+
Meuthen spricht von überwältigender Zustimmung, die er erreicht habe.

Kommentar

Meuthen zockt

  • schließen

Der Parteichef will den Machtkampf in der AfD entscheiden und setzt dafür seine politische Karriere aufs Spiel. Ein Kommentar.

In der Coronakrise zerstört sich die AfD selbst. Das stand an dieser Stelle vor zwei Wochen, und der Prozess hat sich seitdem beschleunigt. Der eine Parteichef, Jörg Meuthen, bringt eine „einvernehmliche Teilung“ der Partei ins Spiel, um den „Flügel“ loszuwerden. Der andere Parteichef, Tino Chrupalla, will das nicht.

Meuthen spricht von überwältigender Zustimmung, die er erreicht habe. Es wird Viele geben, die wie Meuthen den Höckes der Partei Lebewohl winken wollen, die mit dem Nationalen und dem Sozialismus so kokettieren, dass es stark nach Nationalsozialismus riecht. Diesen Geruch wollten auch schon Bernd Lucke und Frauke Petry wegparfümieren. Wie das ausging, ist bekannt.

Meuthen hat ehrgeizige Pläne, will vom entfernten Brüssel kommendes Jahr in den Bundestag wechseln – natürlich nicht als Hinterbänkler. Er will die AfD zum unverzichtbaren Gesprächspartner für die CDU machen, quasi eine Rechts-FDP, die sich vom Schmuddel befreit hat. Doch der Schmuddel gehört zum Geschäftsmodell der AfD. Ihre zehn Prozent Stimmen-Plateau erhält sie als Fundamental-Opposition gegen die Parteien der Mitte. Meuthen ist im parteiinternen Pokerspiel „all in“ gegangen. Er mag noch kein Vorsitzender auf Abruf sein. Aber er wirkt verzweifelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare