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Um Merkels Willen

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Von: Pitt von Bebenburg

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Rücktritt wegen der Kundus-Affäre: 2009 musste der damalige  Verteidigungsminister Franz Josef Jung die Konsequenz ziehen für den tödlichen Befehl eines Bundeswehr-Obersts, einen Tanklaster in Afghanistan zu bombardieren.
Rücktritt wegen der Kundus-Affäre: 2009 musste der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung die Konsequenz ziehen für den tödlichen Befehl eines Bundeswehr-Obersts, einen Tanklaster in Afghanistan zu bombardieren. © rtr

Die erneute Rehabilitierung Jungs ist ein weiteres Indiz: Das Versöhnungsprogramm zwischen der Parteichefin und der hessischen CDU ist in vollem Gange.

Vorwärts in die Vergangenheit: Franz Josef Jung kehrt auf die große Bühne zurück. Mit dem 65-jährigen Haudegen, den manche auf dem Weg in die politische Rente wähnten, wird man sich wieder an robustere Töne der Union in der Außenpolitik gewöhnen müssen.

Schon zum zweiten Mal wird das hessische Stehaufmännchen der CDU nach einem erzwungenen Rücktritt rehabilitiert. Dabei gab es beide Male schwerwiegende Gründe für den Rauswurf. 2009 musste der ehemalige Verteidigungsminister die Konsequenz ziehen für den tödlichen Befehl eines Bundeswehr-Obersts, einen Tanklaster im afghanischen Kundus zu bombardieren.

Im Jahr 2000 war Jung wegen der Schwarzgeld-Affäre als Staatskanzlei-Chef von Ministerpräsident Roland Koch in Hessen zurückgetreten. Auch damals kehrte er nach einer Schamfrist ins Rampenlicht zurück, 2003 als Fraktionschef im Landtag. Seinerzeit wunderte sich keiner, dass Koch seinen Vertrauten Jung bei nächster Gelegenheit zurückholen würde. Aber Angela Merkel? Offensichtlich ist ihr Versöhnungsprogramm mit der hessischen CDU in vollem Gange. Nach dem Abgang des Mannes, den sie einst „Roland Kotz“ taufte, umarmt sie dessen Weggefährten. Den schwarz-grünen Experimentierer Volker Bouffier lobt die Chefin über den grünen Klee. Nun darf auch Jung ran. Um Merkels Willen.

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