CDU

Merkels Risiko

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Die Kanzlerin könnte es bei der angestrebten Wiederwahl als Parteichefin gehen wie Volker Kauder

Die Union hat einen Ruf zu verlieren: den des Kanzlerwahlvereins. Sie war stets bereit, Marotten und Kurswechsel ihrer Chefs zu akzeptieren, so lange sie Wahlen gewannen. Das scheint – egal, wie gravierend die Verluste in Bayern und Hessen ausfallen – nicht mehr zu gelten. Die beiden Landtagswahlen können Merkel stärken oder schwächen, aber wohl nicht mehr retten.

Allein in diesem Jahr wäre fast die Fraktionsgemeinschaft aus CDU und CSU, dann die Koalition zerbrochen, dann konnte Merkel ihren Mann an der Fraktionsspitze nicht halten. Wenn sie denkt, im Dezember sei das vergessen und sie könne sich einfach so als Parteichefin wiederwählen lassen, spielt sie volles Risiko.

Vielleicht versteht die CDU ihre Pflicht als Kanzlerwahlverein so, dass der Regierungschef zu stützen ist. Es ist auch möglich, dass sie sich verpflichtet fühlt, einem Nachfolger zwei Jahre zu geben, um sich einen Kanzlerbonus zu erarbeiten und dann die Wahl gewinnen zu können. Dann könnte Merkel ein Herausforderer im Dezember ähnlich gefährlich werden wie es Ralph Brinkhaus für Volker Kauder war. 

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