Kommentar

Merkels Problem

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Die Regierungschefin will die deutsch-indischen Beziehungen deutlich verbessern. Doch von einer Stärkung der strategischen Souveränität sind die Europäer leider weit entfernt. Ein Kommentar.

Angela Merkel hat den Ausflug nach Indien sichtlich genossen. Schließlich konnte sich die Kanzlerin an der Spitze der hochrangig besetzten Reisegruppe als Macherin präsentieren. Die Regierungschefin will die deutsch-indischen Beziehungen deutlich verbessern. Das soll helfen, wenn Deutschland zunehmend zwischen die Fronten des Handelskriegs zwischen den USA und China gerät.

Deutlich nachhaltiger wäre dieses Vorgehen, wenn die große Koalition nicht einfach nur weiter vor allem deutsche Interessen verfolgen würde, sondern etwa mit Frankreich und anderen EU-Vertretern gemeinsam nach Neu-Delhi gefahren wäre. Doch von solchen Initiativen und einer damit verbundenen Stärkung der strategischen Souveränität sind die Europäer leider weit entfernt.

Aber auch in der Ferne holten die Querelen in der CDU Merkel ein. Souverän versuchte sie die Kritik von Friedrich Merz abzutun. Doch dieser Streit bedroht ihr Projekt der geordneten Machtübergabe.

Annegret Kramp-Karrenbauer scheint der Rolle als Merkel-Nachfolgerin nicht gewachsen zu sein. Dies nutzen die einst unterlegenen Merz und Roland Koch für eine letzte Abrechnung. Dass sie dabei ihrer Partei mehr schaden als Angela Merkel, stört sie dabei nicht. 

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