Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Soldat salutiert vor dem Museum der KP China.
+
Ein Soldat salutiert vor dem Museum der KP China.

Ausgelesen

Meritokratie statt Demokratie

  • VonDaniel Haufler
    schließen

Schwächelnde Wirtschaft, Korruption und Mord: Der Jahreswechsel ist für China eher holprig verlaufen. Ob die alt bewährte Meritokratie das auf ihre Art regeln wird?

Der Machtwechsel in China verlief Ende letzten Jahres nicht ganz so reibungslos, wie sich die Kommunistische Partei das vorgestellt hatte. So war der designierte Parteichef Xi Jinping kurz vor seiner Wahl wochenlang verschwunden, ohne dass die KP eine Erklärung dafür lieferte. Außerdem erschütterte ein spektakulärer Korruptions- und Mordfall das Land: Der Spitzenfunktionär Bo Xilai wurde entmachtet, seine Frau Gu Kailai wegen Mordes zum Tode verurteilt. Vor Beginn der Volkskongress-Tagung im November sah der britische Economist China als „instabil an der Basis, deprimiert in seiner Mitte und außer Kontrolle an der Spitze“. Hinzu kam, dass die Wirtschaft erstmals seit langem schwächelte und die USA mit ihrer neuen außenpolitischen Strategie mehr Einfluss in der Region gewannen.

Eric X. Li: China hat sich stets angepasst

Das alles sei jedoch kein Grund für Pessimismus, schreibt der Finanzinvestor Eric X. Li aus Shanghai in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Foreign Affairs. Zwar seien die Herausforderungen für den neuen Parteichef groß, doch die, „die annehmen, die KP könnte sie nicht bewältigen, verstehen nichts von Chinas Politik und der Widerstandsfähigkeit seiner Regierungsinstitutionen“. Seit der Gründung der Volksrepublik 1949 hätten sich Partei und Verwaltung stets den neuen Herausforderungen angepasst, mit dem „Großen Sprung nach vorn“ in den Fünfzigern, der Kulturrevolution in den Sechzigern, den Wirtschaftsreformen in den späten Siebzigern und Achtzigern bis hin zur Öffnung der Partei für Unternehmer in den Neunzigern.

Diese Erfolge verdanke das Land einer funktionierenden Meritokratie. Die Leistungen der Entscheidungsträger würden genau beobachtet und bewertet, Herkunft spiele nur eine nachgeordnete Rolle – wenn wir mal davon absehen, dass schon Xi Jinpings Vater Vize-Premier gewesen ist. Wie schon in einem Leitartikel in der New York Times im vergangenen Jahr meint Li, dass aufgrund der fairen Leistungsorientierung die Partei vom Volk hoch geschätzt werde. Die Menschen seien fast durchweg mit deren Kurs einverstanden und daher gebe es keinen Bedarf nach einem Mehrparteiensystem westlicher Art.

Yasheng Huang: Demokratisches System unerlässlich

Diese Einschätzung teilt der Ökonom Yasheng Huang keineswegs. In der gleichen Ausgabe von Foreign Affairs hält er ein demokratisches System für die einzige Möglichkeit die vielen Probleme des Landes zu lösen, angefangen von der Korruption über die soziale Ungleichheit bis hin zum Umweltschutz. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche, die früher oder später auf das Land zukämen, werde das Vertrauen in die KP abnehmen und ein demokratisches System die einzige Chance sein, wenigstens das Vertrauen in den Staat zu erhalten. Diese Einsicht teilten immerhin auch einige Funktionäre, die vor der Tagung des Volkskongresses mehr Transparenz und zumindest mehr innerparteiliche Demokratie forderten. China habe eine Chance, die nicht vielen autokratischen Systemen gegeben sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare