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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im türkischen Parlament.

Recep Tayyip Erdogan

Meister des doppelbödigen Machtpokers

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Entgegen seiner vollmundigen Rhetorik überzeugt Recep Tayyip Erdogan im Fall Khashoggi nicht als Menschheitsgewissen, Journalistenbeschützer und staatsmännischer Aufklärer. Ein Kommentar.

Jeder Krimileser weiß: Die Wahrheit in einem Mordfall sieht anders aus, als was der türkische Präsident vorlegte. Entgegen seiner vollmundigen Rhetorik überzeugte Recep Tayyip Erdogan auch diesmal nicht als Menschheitsgewissen, Journalistenbeschützer und staatsmännischer Aufklärer, sondern präsentierte sich erneut als Meister des doppelbödigen Machtpokers.

Ross und Reiter der Bluttat im Fall Khashoggi zu nennen, blieb er schuldig. Dafür lässt er seinen regimetreuen Zeitungen immer neue Ermittlungsdetails zuspielen, zuletzt sogar abgehörte Telefonate zwischen dem Istanbuler Mordkommando und dem Kronprinzenbüro in Riad. Aus Sicht der türkischen Führung ist der Schaden im Verhältnis zu Saudi-Arabien nur noch zu begrenzen, wenn Mohammed bin Salman als Thronfolger gehen muss.

Und so setzt Erdogan darauf, das Herrscherhaus durch Enthüllungen und internationale Empörung zu zermürben. Erdogan weiß sich darin mit Zweigen der Königssippe einig, die das Machtgebaren des Salman-Sohnes lieber heute als morgen beenden möchten. Sollte der greise König Salman diesem Druck weichen müssen, wäre Erdogan der Dank der übrigen Königssippe sicher – und damit auch viele neue Investitionsmilliarden aus dem saudischen Staatsschatz. 

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