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Mehr Zivilcourage

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Von: Thoralf Cleven

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Nach Antisemitismus-Vorwürfen haben sich am Abend Hunderte Menschen vor dem Westin Hotel Leipzig versammelt, um Solidarität mit dem Musiker Gil Ofarim und Jüdinnen und Juden in Deutschland zu zeigen.
Nach Antisemitismus-Vorwürfen haben sich am Abend Hunderte Menschen vor dem Westin Hotel Leipzig versammelt, um Solidarität mit dem Musiker Gil Ofarim und Jüdinnen und Juden in Deutschland zu zeigen. © Dirk Knofe/dpa

Antisemitisches und menschenfeindliches Verhalten lässt sich nur mit Zivilcourage, strafrechtlicher Verfolgung und politischer Bildung aus der Gesellschaft verbannen. Der Kommentar.

Noch ist der Vorgang nicht ganz klar, bezeichnend ist jedoch, dass ihn niemand für unmöglich hält. Der Musiker Gil Ofarim soll an einer Leipziger Hotelrezeption von einem Mitarbeiter aufgefordert worden sein, seine Kette mit Davidstern abzunehmen – sonst gehe es für ihn hier nicht weiter. Der betroffene Mitarbeiter wehrt sich – er fühlt sich verleumdet. Jetzt werden Ermittler herausfinden müssen, was eigentlich geschehen ist. Und das ist gut so.

Wer jedoch meint, hier wird sinnlos die Antisemitismuskeule geschwungen, der weiß nicht, wie es Jüdinnen und Juden in Deutschland und anderswo ergeht. Es gibt viel zu viele Übergriffe. Die Debatte über den in der Gesellschaft verfestigten Judenhass muss weiter geführt werden.

Es ist gut, wenn Prominente und Politiker Flagge zeigen gegen Antisemitismus. Es ist gut, wenn Parlamente und Regierungen, wie jetzt die EU-Kommission, Strategien zur Bekämpfung von Antisemitismus vorlegen. Es hilft, dass es in Behörden Beauftragte gibt, an die man sich vertrauensvoll wenden kann. Nur mit Zivilcourage, konsequenter strafrechtlicher Verfolgung jeder Tat und politischer Bildung kann es gelingen, menschenfeindliches Verhalten aus der Gesellschaft zu verbannen.

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