Indien

Mehr als ein Tempelbesuch

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Inderinnen demonstrieren zu Recht für ihre Rechte, die ihnen das Oberste Gericht zugestanden hat. Ein Kommentar.

Endlich regt sich bei den Inderinnen sichtbarer Widerstand: Sie stemmen sich gegen die Ausschreitungen gewaltbereiter Hindunationalisten. Die hatten im indischen Bundesstaat Kerala erneut dagegen protestiert, dass Frauen im „Menstruationsalter“ den Sabarimala-Tempel betreten.

Nun setzten die Inderinnen den fanatischen Männern etwas entgegen, indem sie zu Hunderttausenden und mit einer 620 Kilometer langen Menschenkette ihre Solidarität mit zwei Aktivistinnen bekundeten. Mehrere Frauen hatten sich an Fundamentalisten vorbei in den Hindutempel geschlichen.

Es geht um mehr als um ein Gotteshaus: Mit Blick auf die Parlamentswahlen im Sommer müssen auch die liberalen Stimmen lauter werden – denn die Hindunationalisten, die einen patriarchalen, undemokratischen und intoleranten Staat wollen, sind laut und gewalttätig.

Nur wenn Indiens Frauen ihre vom Obersten Gericht bestätigten Grundrechte einfordern und über Religions- und Kastengrenzen hinweg solidarisch bleiben, kann eine Macht entstehen, die den gefährlichen Hindunationalisten selbst gefährlich werden kann.

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