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Hat es sich nicht längst herumgesprochen, dass Telefonmarketing eine weitverbreitete Masche ist?

Kommentar

Mehr Schutz für Verbraucher - das wird mehr kosten

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Die Bundesjustizministerin will strengere Regeln für Unternehmen bei Vertragsabschlüssen. Das bringt mehr Sicherheit hat seinen Preis - ein Kommentar.

Es gab einmal ein Rabattgesetz. Es schränkte die Möglichkeiten massiv ein, Sonderangebote zu offerieren. Dahinter steckte auch, dass der Gesetzgeber Verbrauchern nicht zutraute zu erkennen, wann etwas tatsächlich richtig billig ist und wann es sich nur um Fake-Nachlässe handelt. Das Gesetz ist 2001 abgeschafft worden. Jetzt will die neue Justizministerin Christine Lambrecht Unternehmen wieder an die kürzere Leine nehmen. Bei Strom-, Gas- oder Handyverträgen, die am Telefon abgeschlossen werden, sollen schriftliche Bestätigungen obligatorisch sein. Außerdem will die Sozialdemokratin die Vertragslaufzeiten bei Fitnessstudios oder im Mobilfunk von zwei Jahren auf ein Jahr begrenzen.

Auch hier stellt sich die Grundsatzfrage: Wie mündig ist der Verbraucher? Hat es sich nicht längst herumgesprochen, dass Telefonmarketing eine weitverbreitete Masche ist? Lange Laufzeiten können ein Ärgernis sein. Wird das generell vereinfacht – mit einer Kündigung in jedem Fall schon nach einem Jahr –, müssen die Mobilfunker deutlich höhere Aufwendungen einplanen, um Kunden zu halten. Diese Kosten werden sie an die Kunden weitergeben. Die vom Ministerium unterstellte begrenzte Mündigkeit der Verbraucher wird ihren Preis haben, in der Gestalt höherer Tarife für Telefonie und Datennutzung.

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