Bundesregierung

Mehr Inhalt, weniger Streit

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Die große Koalition hat einen guten Vorsatz: Sie will mehr miteinander reden und konstruktiv arbeiten.

Die große Koalition will sich künftig öfter bei Klausurtagungen treffen. Wenn man gemeinsam etwas voranbringen will, ist es gut, mal ein bisschen länger zusammenzusitzen als in den üblichen schnellen Abstimmungsrunden. Es ist eine relativ banale Erkenntnis, aber sie könnte der Koalition das Überleben retten. Eine Regierung hat mehr Überzeugungskraft, wenn mehr an der konstruktiven Auseinandersetzung gearbeitet wird als an der aggressiven Abgrenzung gegeneinander.

Es wirkt, als sei auch den streitlustigsten Beteiligten der Schreck über das Debakel bei der Europawahl und den Wechsel an der SPD-Spitze gehörig in die Glieder gefahren. Der neue Ton der Koalition ist unprätentiös und von gegenseitiger Achtung geprägt – zumindest für den Moment.

Allerdings hat man die richtig strittigen Punkte bei der Klausur lieber mal nicht besprochen. Und der schlechte Ruf der großen Koalition hat sich so nachhaltig festgesetzt, dass es ein Kraftakt ist, den Prozess des Auseinanderdriftens zu stoppen. Es wäre der Mühe wert. 

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