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Markus Söder zwischen Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer.

Kommentar

Der Wandelbare

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Plötzlich zeigt sich Markus Söder sanft im Umgang mit der Union. Doch darauf sollte sich die CDU nicht verlassen. Der Kommentar.

Wenige Politiker sind so wandlungsfähig wie Markus Söder. Eben war der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef noch einer, der den Unionsstreit um die Flüchtlingspolitik bis kurz vor den Bruch mit der Schwesterpartei führte. Er war bereit, die CSU-Wand immer weiter nach rechts zu verschieben. Nun hat er sich die Rolle des sanften, aber wortgewandten Fürsten aus dem Mitte-Reich übergestreift. Der Absturz der CSU bei der bayerischen Landtagswahl war eine Schocktherapie.

Für die Union bedeutet das Entspannung, für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Entlastung. Mit dem Auftritt auf dem Parteitag hat Söder den ewig nörgelnden Kanzlerkandidaten-Interessenten Friedrich Merz noch weiter ins Abseits gestellt, als der es selbst vermocht hat.

Eine neue Machtposition hat Söder nun: Die CSU wird bei der Kanzlerkandidatur mitreden. Söder hat es in der Hand, ob Kramp-Karrenbauer antreten kann oder nicht. Auf dessen Loyalität sollte die CDU-Chefin nicht viel geben. Bei der Kanzlerfrage wird für die CSU Schluss sein mit der Sanftheit.

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