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Marathon zur CDU-Spitze

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Zu den Prominenten kommen neun Interessenten hinzu. Und das in einer Partei in der die Auswahl zwischen zwei Kandidaten als revolutionär galt. Ein Kommentar.

Es gibt in der CDU einen Run auf den Job als Parteichef. Zu den Prominenten kommen neun Interessenten hinzu. Und das in einer Partei in der die Auswahl zwischen zwei Kandidaten als revolutionär galt. Der angeblichen Sozialdemokratisierung folgt also die Piratenparteiisierung der CDU.

Die Bewerber sollen sich vor dem Parteitag auf Regionalkonferenzen der Parteibasis vorstellen. Das ist sinnvoll, um der Parteispitze den Vorwurf zu ersparen abgehoben zu sein. Je mehr Bewerber auf die Bühne treten, umso weniger Zeit bleibt für den Einzelnen, um seine Ideen vorzustellen und Fragen der Parteimitglieder beantworten zu müssen. Mit anderen Worten: Wenn der Kandidatenpool sehr in die Breite geht, fehlt der Auseinandersetzung die Tiefe. Es wird dann ein Wettbewerb der Schlagworte und der Schlagfertigkeit werden, nicht einer der Nachdenklichkeit.

Die Wortdusche, aus der der wohlige Aufbruch-Erneuerungs-Schauer in die CDU regnet, ist schon angestellt. Nicht das klügste Konzept wird in diesem Fall entscheiden, sondern die beste Show. Daran kann sich eine Partei eine Zeit lang berauschen – und mit diesem Schwung auch die Wähler mitnehmen. Zuletzt hat die SPD mit Martin Schulz gespürt, wie tief der Absturz sein kann, wenn die Show vor den Inhalten kommt.

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