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Manisch und depressiv

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Von: Frank-Thomas Wenzel

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Die elektronische Börse Nasdaq in New York: Bei Hightech-Aktien ist die manisch-depressive Verfassung der Börsen besonders stark ausgeprägt.
Die elektronische Börse Nasdaq in New York: Bei Hightech-Aktien ist die manisch-depressive Verfassung der Börsen besonders stark ausgeprägt. © Jussi Nukari/dpa

Vom vorläufigen Ende des Hightech-Booms sollte sich niemand irritieren lassen, da eine mögliche ökonomische Krise die Digitalisierung bremsen, aber nicht stoppen kann. Der Kommentar.

1000 Milliarden Dollar sind in einer knappen Woche verbrannt. Keine Sorge, es handelt sich um Buchwerte. Um rechnerische Verschiebungen für die 100 wichtigsten Aktien an der US-Technologiebörse Nasdaq. Die Zahl belegt gleichwohl die These von der manisch-depressiven Verfassung der Börsen, die der Ökonom Peter Bofinger vertritt. Bei Hightech-Aktien ist das besonders stark ausgeprägt. Das hat damit zu tun, dass in dieser globalisierten und von Oligopolen beherrschten Branche gigantische Gewinne erzielt werden können, die es sonst nirgendwo gibt. Was die Erwartungen von Investoren ins Astronomische treibt und zwangsläufig zu großen Enttäuschungen bei Investoren führt.

Der Ukrainekrieg kann die Welt in eine schwere ökonomische Krise stürzen. Die Einbußen bei den Hightech-Aktien nehmen das vorweg. Aber davon darf man sich nicht irritieren lassen. Die Digitalisierung unserer Lebens- und Arbeitswelt ist trotz Verwerfungen bei Chipherstellern und Softwarekonzernen robust. Sie kann durch eine Krise zwar gebremst, aber nicht gestoppt werden.

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