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Zahlreiche Menschen stehen stundenlang Schlange vor einem Lebensmittelladen in Caracas. Im Zuge der dramatischen Versorgungskrise ist es in Venezuela zu massiven Plünderungen gekommen.

Venezuela

Mangel im Überfluss

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Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat das Land zugrunde gerichtet. Die Versorgungskrise hat sich so zugespitzt, dass die Menschen Supermärkte plündern. Doch überraschend ist das nicht. Ein Kommentar.

Das Überraschende an den Plünderungen und Protesten in Venezuela ist weniger die Nachricht – es wundert einen, dass es erst jetzt soweit ist. Seit Jahren hungern die Bürger, denn das Einzige, das im Überfluss herrscht, ist der Mangel. Venezuela produziert eigentlich nur Öl, das man bekanntlich nicht essen kann.

Aber Geld für Importe ist längst keines mehr da. Machthaber Nicolás Maduro hat das Land nachhaltig zugrunde gerichtet. Zu Hunderttausenden fliehen diejenigen, die können, nach Kolumbien, Chile, Panama, Mexiko und Europa. Diejenigen, die nicht können, weil ihnen die Mittel fehlen oder die Verwandten, müssen Schlange stehen und hoffen, dass der Supermarkt, vor dem sie warten, auch Ware bekommt. Man kann, man muss vielleicht sogar verstehen, wenn mancher zur Gewalt greift, um das Loch im Magen zu füllen. 

In diesem Jahr wird wohl endgültig Schluss sein mit dem Wahnsinn. Länger kann das Land den Notstand und den politischen Autoritarismus nicht ertragen. Alles andere als ein Sturz Maduros wäre eine Überraschung.

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