Medizinische Mitarbeiter behandeln auf der Intensivstation des Severo Ochoa-Krankenhauses in Madrid einen Patienten, der mit dem Coronavirus infiziert ist.
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Medizinische Mitarbeiter behandeln auf der Intensivstation des „Severo Ochoa“-Krankenhauses in Madrid einen Patienten, der mit dem Coronavirus infiziert ist.

Corona-Krise

Madrid als Mahnung

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
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Die Zahl der Corona-Infektionen steigt hierzulande vor allem in Städten, wo es noch nicht so dramatisch ist wie in der spanischen Hauptstadt, die jetzt den Notstand verhängt hat.

Die Lage ist eindeutig. Die Zahl der Corona-Infektionen steigt, hier wie im übrigen Europa. Sie steigt vor allem in den großen Städten. Wir haben in Berlin oder Frankfurt einen zeitlichen Vorsprung vor Paris oder Madrid. Doch dieser Vorsprung kann schnell verspielt sein.

Es gilt nun, in den Großstädten entschlossen zu handeln – jedenfalls solange Bürger dies nicht in erforderlichem Maße selbst tun. Doch das wird nicht reichen. Denn die Infektionen verbreiten sich zunehmend in der Breite des Landes. Damit stößt auch der Föderalismus an Grenzen. Dass Berliner für den Besuch eines Hotels in Brandenburg einen negativen Corona-Test brauchen, in Thüringen aber nicht, macht keinen Sinn. Für einen Berliner, der jeden Tag S-Bahn fährt, wäre eine Reise in die nahe gelegene polnische Provinz im Übrigen sicher besser. Doch ins Ausland soll er ja nicht. Wegen Corona-Gefahr.

Bei niedrigen Infektionszahlen wirken regional angepasste Regeln. Doch bei explodierenden Zahlen nicht mehr. In Madrid haben sie am Freitag den Notstand verhängt. Das sollte uns eine Mahnung sein.

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