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Emmanuel Macron, hier beim Verlassen eines U-Boots, hat große militärische Ambitionen.

Frankreich

Macrons militärische Ambitionen reichen bis in den Weltraum und sind kein Grund zur Freude

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Macrons angekündigtes Weltraumkommando ist ein weiterer Schritt zur Militarisierung des Alls - und das ist nicht gut so. Der Kommentar.

Es ist beunruhigend, wenn nach den USA und Russland, China und Indien nun auch Frankreich mit einem Weltraumkommando das All militarisieren will. Schließlich arbeiten alle nicht nur daran, ihre militärischen wie zivilen Satelliten zu schützen, sondern auch daran, die gegnerischen zu zerstören. Die Folgen vor allem für moderne Kommunikationsgesellschaften wären drastisch.

Noch schwerer wiegt, dass die Staaten die Rüstungsspirale bereits in wichtigeren und gefährlicheren Bereichen wie bei atomaren Waffen in Gang gesetzt haben. Verlängern die USA und Russland wie erwartet den von ihnen gekündigten INF-Vertrag nicht, läuft er in ein paar Tagen Anfang August aus. 

Nukleare Mittelstreckenraketen könnten nach Europa zurückkehren

Dann könnten sie bald wieder nukleare Mittelstreckenraketen in Europa stationieren. Das wahrscheinliche Ende des historischen Vertrags zwischen den Weltmächten wäre nicht nur ein Rückschritt für die Abrüstung. 

Es zeigt auch, wie wenig sich die Atommächte USA, Russland, China, Indien, Frankreich – und damit indirekt die EU – noch vertrauen und wie sie sich rüsten, für eine Zeit, in der Machtpolitik immer mehr multilaterales Handeln verdrängt. Das sollten all jene bedenken, die Macrons Ankündigung als einen Schritt der Europäer zu mehr militärischer Autonomie feiern.

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