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Macron und das Virus: Ein Präsident will die Krise nutzen

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Der französische Staatschef gibt sich als schützender Landesvater. Aber wo ist dergroße Europäer Macron geblieben?

Verpasse nie eine gute Krise – dieses Motto verfolgt Emmanuel Macron offensichtlich in Sachen Corona. In seiner TV-Ansprache zum weiteren Vorgehen präsentierte er sich als schützender Landesvater, der auch die Schwachen stützt und die Nation eint. In den ersten drei Jahren seiner Amtszeit ist ihm genau das nicht gelungen. Darum darf es auch jetzt nicht bei großen Worten bleiben.

Wie viele andere machte auch die französische Regierung beim Ausbruch der Krise Fehler. Das Ausmaß der Gefahr redete sie zunächst klein, der Mangel an Vorbereitung und Ausrüstung wurde geleugnet. All das nagte am Vertrauen in die Regierung.

Positiv ist, dass Macron Versäumnisse einräumte, Besserung versprach und den Menschen Klarheit über das Ende der Ausgangssperre verschaffte. Doch wie wurden die Maßnahmen mit anderen EU-Ländern abgestimmt? Bisher hat Macron in allen großen Reden die Bedeutung der Achse Paris–Berlin hervorgehoben. In dieser nicht. In der Krise ziehen sich die Partner hinter ihre nationalen Grenzen zurück – leider auch der Mann, der sich sonst als europäischer Visionär stilisiert.

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