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Macron nimmt Konservative und Sozialisten unter Vertrag - und schwächt die angeschlagenen Traditionsparteien.

Frankreich

Macron stürmt voran

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Spätestens nach den Wahlen wird der Himmelsstürmer aber in die sozialen Niederungen hinabsteigen müssen. Die Reform des Arbeitsmarkts steht auf der Agenda. Ein Kommentar.

Wenn Frankreich und Europa vorankommen sollen, dann nur mit einem wie ihm. Unbeeindruckt von nationalen und europäischen Gebrechen stürmt Emmanuel Macron voran. Jeder Schritt ist wohlüberlegt. Ob bei der Auswahl des Premiers oder bei der Zusammenstellung des Kabinetts: Macron nimmt Konservative und Sozialisten unter Vertrag, und schwächt die angeschlagenen Traditionsparteien, stärkt seine in der politischen Mitte verankerte Bewegung La République en Marche. So kann der Präsident bei den Parlamentswahlen im Juni die Mehrheit erzielen.

Spätestens nach den Wahlen wird der Himmelsstürmer aber in die sozialen Niederungen hinabsteigen müssen. Die Reform des Arbeitsmarkts steht auf der Agenda. Die Gewerkschaften zeigen sich resistent. Massiven Widerstand gegen die geplante Flexibilisierung des Arbeitsrechts haben sie angekündigt. Aber womöglich gelingt Macron, was vor ihm noch keinem Präsidenten gelang: die Gewerkschaften davon zu überzeugen, dass auch sie und ihre Klientel von Strukturreformen profitieren werden.

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