Deutschland - Polen

Maas in Warschau: Heikle Fragen, richtiger Ton

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So schlecht, wie es oft scheint, sind die deutsch-polnischen Beziehungen nicht. Heikel sind sie sehr wohl. Aber Außenminister Maas hat in Warschau getan, was er konnte. Der Kommentar.

Wenn Außenminister Heiko Maas seinen polnischen Kollegen Czaputowicz „lieber Jacek“ nennt, kann es so übel nicht bestellt sein um das deutsch-polnische Verhältnis. Oder?

Tatsächlich haben sich die Beziehungen nicht so schlecht entwickelt, wie zu erwarten war, als vor vier Jahren in Warschau die nationalkonservative, in ihrer Grundhaltung antideutsche PiS die Regierung übernahm. Das hat sich jetzt bei dem heiklen Maas-Besuch gezeigt, der vor allem dem Gedenken an deutsche Schreckenstaten gewidmet war.

Erinnerung und Trauer mischen sich jenseits der Oder mit dem Empfinden, das eigene Leid werde insbesondere in Deutschland nicht ausreichend gewürdigt. Daraus wiederum schließen viele Polen auf mangelnden Respekt auch in der Gegenwart. Maas griff das auf und bekannte, dass man die Opfer der Polen in Deutschland „viel mehr ins Bewusstsein rücken“ müsse. Er traf damit den richtigen Ton.

Umgekehrt kann die Antwort aber nur ein klares Nein sein, wenn es um die von der PiS neu aufgeworfene Reparationsfrage geht.  

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