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Die Reste von „Aufstehen“ werden implodieren, meint unser Kommentator.

Kommentar

Wagenknecht hat die Lust am „Aufstehen“ verloren

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Die Linken-Politikerin verlässt „Aufstehen“, weil sie ihre Ziele nicht verwirklichen kann. Unser Kommentar.

Nein, dass Sahra Wagenknecht aus der Spitze von „Aufstehen“ aussteigt, ist keine Überraschung. Schon Ende November hatte sie dies angekündigt. Die Vorsitzende der Linksfraktion begründet den Rückzug mit Arbeitsüberlastung – und schiebt die Schuld überdies SPD und Grünen zu. Das stimmt so nicht.

Oberflächlich betrachtet, war „Aufstehen“ der Versuch, Linke und Rechte gleichermaßen anzusprechen – und deshalb zum Scheitern verurteilt. Während die Bewegung von 170 000 Anmeldungen sprach, brachte sie bei Demonstrationen nur ein paar Hundert Menschen auf die Straße. Im Kern war „Aufstehen“ bloß Mittel zum Zweck. Wagenknecht wollte die Linke gefügig machen. Und sie wollte mal schauen, ob man „Aufstehen“ zur Partei und damit zur Erbin der Linken machen kann. Wagenknecht verlor die Lust, als dies nicht klappte.

Genutzt hat der 49-Jährigen das Manöver nicht. Die Reste von „Aufstehen“ werden ohne sie implodieren. Sie werden sich auch so fühlen – wie Reste. Sie sehen: Wagenknecht hat zu Anhängern ein instrumentelles Verhältnis.

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