+
Fridays for Future-Aktivisstinnen demonstrieren für eine Verkehrswende und nachhaltige Mobilität. 

Kommentar

Logische Absage

Was wir wollen, ist, dass endlich auf die Wissenschaft gehört und danach gehandelt wird.

„Fridays for Future sagt IAA-Auftritt ab“: Diese Schlagzeile hätte die Steilvorlage für eine spannende Debatte über Greenwashing auslösen können – also über Methoden, die darauf zielen, einem Unternehmen oder einer Organisation in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt. 

Stattdessen blieben Medien aber lieber auf bekanntem Terrain – sie diskutierten über die äußere Form unseres Handelns, so wie sie es seit Dezember 2018 tun. Wenn man es ernst meine, solle man doch samstags streiken und solche Events als Chance nutzen, an eine Gruppe von Menschen heranzutreten, die einen normalerweise ignoriert. Für uns steht aber fest: Bürgerdialoge sind ein Instrument zur Stilllegung des Protestes – und solange am Ende keine bindenden Vereinbarungen herauskommen, vollkommen wertlos. Da diese nicht zu erwarten waren, war es die einzig logische Folgerung, abzusagen. 

Im Nachhinein erwäge ich, ob es eine Idee gewesen wäre, diesen Männern in Anzügen mal zu spiegeln, was sie den ganzen Tag tun. Vielleicht hätten wir uns auf der Bühne einen Eimer grüner Farbe über den Kopf schütten sollen – uns greenwashen. Das hätte zumindest ausdrucksstarke Bilder ergeben und so in das Konzept der Medien gepasst. 

Aber wir wollen keine künstlichen krassen Bilder erschaffen. Wir wollen nicht, dass jeden Freitag wieder berichtet wird, wie viele wir sind, wie wichtig unser Aktivismus ist und was wir wieder für tolle Ideen hatten, um an die ältere Generation heranzutreten. 

Was wir wollen, ist, dass endlich auf die Wissenschaft gehört und danach gehandelt wird. Und zwar sofort! Das Idealbild der Automobilindustrie, so wie es gerade ist – schnellere, größere und vor allem mehr statt weniger Autos – lässt dafür keinen Platz. Da hilft auch kein Vortrag von Fridays-for-Future-Aktivisten oder ein Schwerpunkt auf E-Mobilität. 

Doch wir lehnen den Dialog nicht ab. Sobald wir sehen, dass ernsthaft im Sinne einer Zukunft gehandelt und damit unser Aktivismus unnötig wird, haben wir auch Zeit, über Erfolge zu sprechen.

Von Kira Geadah

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare