US-Notenbank

Lob für die Fed

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Die US-Notenbank Fed hat erstmals in diesem Jahr die Zinsen angehoben. Kommentatoren sehen den Schritt überwiegend positiv.

Die US-Notenbank Fed hat erstmals in diesem Jahr die Zinsen angehoben – um 25 Basispunkte. Mit 0,75 bis 1,0 Prozent liegt der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld nun auf dem Niveau vom Herbst 2008, als die weltweite Finanzkrise gerade eskalierte. Die Fed reagiert damit auf die guten Daten der US-Konjunktur und des Arbeitsmarkts.

Das „Wall Street Journal“ schreibt: „Die Fed glaubt offenbar nicht, dass die Wirtschaft noch stärker wachsen kann, als sie es ohnehin schon tut“ und weist auf den „taubenhaften“ Ton der US-Notenbänker hin. Die Finanzzeitung prognostiziert: „So wird die Fed das Tempo der Zinserhöhungen wohl weiter in kleinen Stufen gestalten.“

Das „Handelsblatt“ erwartet 2017 noch zwei Zinsschritte und sieht die Ziele für Arbeitsmarkt und Inflation in den USA fast erreicht. Die Zeitung sieht eine veränderte Psychologie: Herrschte noch vor kurzem die Furcht, höhere Zinsen könnten die Wirtschaft bremsen, zeige sich nun: „Konjunktur und Aktie kommen damit zurecht. Die Fed macht einen guten Job.“

Die „Neue Zürcher Zeitung“ denkt voraus: „Das Bild einer sich erholenden Wirtschaft hat jüngst immer schärfere Konturen erhalten. Beim Fed dürfte daher die Furcht gewachsen sein, mit einem allzu zögerlichen Vorgehen eine Überhitzung der heimischen Wirtschaft zu riskieren.“ Sie urteilt: „Die Zinserhöhung ist der richtige Entscheid.“ Mit Blick auf die Schweiz verlangt sie jedoch, „dass endlich auch die Europäische Zentralbank (EZB) dem amerikanischen Beispiel folgen und eine Beendigung ihrer ultraexpansiven Geldpolitik in Angriff nehmen würde. Davon ist derzeit – trotz deutlich anziehender Inflation – noch wenig spürbar. Und dies, obwohl auch im Euro-Raum die Zeit für den Einstieg in einen erfolgreichen Ausstieg immer knapper wird“.

„Die Presse“ aus Wien bewertet den Zinsschritt unter dem Aspekt Trump’scher Wirtschaftspolitik: „Zumindest die Exporte, die Trump anschieben will, werden durch die aktuelle Zinsentwicklung eher abgebremst. (...) Trump steckt da also in einer wirtschaftspolitischen Zwickmühle, und es wird interessant zu sehen, ob er sie (…) durch Ablösung der Fed-Chefin auflösen wird. Das wäre wahrscheinlich das stärkere Negativsignal an die Märkte als ein kleiner Zinsschritt, weil es die formale Unabhängigkeit der Notenbank von der Politik als das entlarven würde, was sie in allen wichtigen Wirtschaftsräumen ohnehin längst ist: eine Fiktion.“

Das „Manager Magazin“ schwärmt, die US-Zentralbank zeige „den Weg ins gelobte Land“, beklagt die fortgesetzte Niedrigzinspolitik der EZB und beruft sich auf Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der zu „einem rechtzeitigen Einstieg in den Ausstieg“ mahne. Den deutschen Sparer würde das freuen.

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