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Amira Mohamed Ali ist als Brückenbauerin gefragt.

Neue Fraktionsspitze

Bei der Linkspartei ist Brückenbau angesagt

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Wer eine links-sozialdemokratische Partei in Deutschland nicht für überflüssig hält, sollte sich wünschen, dass Amira Mohamed Ali zur Brückenbauerin wird. Ein Kommentar.

In Berichten über die Linkspartei wimmelt es von simplen Gegenüberstellungen: hier die „Pragmatiker“ oder „Realos“, dort die „Linken“ oder auch mal die „Radikalen“. Mit der Realität hat das nur begrenzt zu tun.

Sahra Wagenknecht zum Beispiel, deren Zeit als Fraktionsvorsitzende am Dienstag endete, ist schon lange nicht mehr so einfach einzuordnen. Der Teil der Partei, den sie vertrat und vertritt, zieht zum Beispiel den Rückzug in eine nationale Sozialpolitik den internationalistischen Visionen einer Katja Kipping vor, die für offene Grenzen und globale Gerechtigkeitspolitik wirbt. Ist das besonders links oder nicht?

Hier findet sich der Kern des Konflikts, der die Linkspartei an wirksamer Oppositionsarbeit hindert. Ob die Blockade durch die neue Fraktionsspitze aufgelöst werden kann, ist fraglich. Dietmar Bartsch hat den innerparteilichen Konflikt bisher eher verwaltet als ausgetragen. Seine neue Partnerin Amira Mohamed Ali wird zwar dem Wagenknecht-Lager zugerechnet. Aber ob sie sich damit begnügt, mit Bartsch zusammen die zerstrittenen Strömungen nur abzubilden, oder ob sie zur Brückenbauerin wird, steht in den Sternen.

Letzteres sollte sich wünschen, wer eine links-sozialdemokratische Partei in Deutschland nicht für überflüssig hält.

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