FDP nach der Hamburg-Wahl
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Nicht nur Lindners misslungenes Krisenmanagement zeigt, dass es besser wäre, die FDP würde sich personell breiter aufzustellen.

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  • Tobias Peter
    vonTobias Peter
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Die Liberalen werden ihre Krise nur lösen, wenn sie ihren Werbeslogan ernst nehmen, mehr Verantwortung übernehmen und ihren Vorsitzenden konstruktiv kritisieren. Ein Kommentar.

Die Niederlage der FDP in Hamburg ist einer Folge des Tabubruchs von Thüringen und damit auch eine Niederlage für Parteichef Christian Lindner. Keine Frage: Für viele in der FDP – zum Beispiel für die Hamburger FDP-Chefin Katja Suding – ist es derzeit das Einfachste, die Schuld bei Thomas Kemmerich abzuladen, der sich in Erfurt mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ.

Doch dies greift zu kurz: Lindner hätte nach der Wahl Kemmerichs sofort Führung zeigen und die Thüringer in die Schranken weisen müssen. Stattdessen warb er dafür, die anderen Parteien sollten mit Kemmerich reden. Dass Lindner unter dem Eindruck der öffentlichen Kritik Kemmerich tags darauf zum Rückzug bewegte, hat dem Parteichef das Amt gerettet. Der Schaden für die FDP war aber bereits riesig.

Nicht nur Lindners misslungenes Krisenmanagement zeigt, dass es besser wäre, die FDP würde sich personell breiter aufzustellen. Während die Grünen davongezogen sind, stagniert die FDP bundesweit schon länger.

Um ein guter Vorsitzender sein zu können, braucht Lindner nicht nur Rückhalt, sondern gelegentlich auch anregenden inhaltlichen Widerspruch. Die FDP wirbt als Partei für mehr Eigenverantwortung. Die müssen jetzt viele in der FDP übernehmen. 

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