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Die Hanauer Feuerwehr hat vor allem die Führungskräfte vor Ort in Ahrweiler unterstützt.
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Die Katastrophe von Ahrweiler kann sich auch an einem anderen Ort wiederholen.

Klimabrief

Liebe Linda Zervakis, liebe Claudia von Brauchitsch,

Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der Fridays-for-Future-Bewegung.

am Sonntag ist es so weit: Sie beide moderieren das letzte TV-Triell der drei Kanzlerkandidat*innen vor der Bundestagswahl.

Und das in einem historisch einzigartigen Moment: Die Klimakrise ist dramatischer denn je ,und die nächste Regierung ist die letzte, die sie noch aufhalten kann. Während dieses Bundestagswahlkampfes wurde ein Hitzerekord nach dem anderen aufgestellt und die Konkretheit der Klimakrise wurde für viele sichtbar und spürbar, in Form der katastrophalen Hochwasserlagen in NRW und Rheinland-Pfalz.

In den letzten beiden TV-Triellen hat man von diesen Fakten allerdings wenig mitbekommen. Es ging stattdessen immer wieder vor allem um eins: Die vermeintlichen großen Kosten des Klimaschutzes.

Klimaschutz ist billiger als Klimakatastropen

So wird im medialen Diskurs eine große Kosten-Nutzen-Rechnung aufgemacht, ob es sich denn jetzt wirklich lohnt Klimaschutz umzusetzen, anstatt darüber zu sprechen, wie wir es schaffen der größten Herausforderung der Menschheit zu begegnen. Ein gefährlicher Diskurs.

Wenn sich Klimapolitik schon um eine Kostenrechnung dreht, dann sollte diese zumindest ehrlich sein: Allein der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe wird 30 Milliarden Euro kosten. Wenn wir der Erderhitzung nicht jetzt entgegentreten, dann werden Extremwetterereignisse dieser Art immer häufiger, heftiger und dementsprechend auch teurer. Neue Schätzungen ergeben, dass die Folgekosten der Klimakrise bis zum Ende des Jahrhunderts global auf 500 Billionen Euro steigen könnten – mehr Geld als gerade auf der gesamten Welt existiert! Für jeden Euro den wir jetzt in Klimaschutz investieren, sparen wir somit 15€ in der Zukunft.

Im TV-Triell muss das Klima eine wichtige Rolle spielen

Das Ergebnis der Rechnung ist deutlich: Jetzt konsequente Klimapolitik umzusetzen, ermöglicht eine lebenswerte Zukunft, sorgt für soziale Gerechtigkeit, und spart eben auch ökonomisch Kosten.

Wenn also am Sonntagabend über die angebliche finanzielle Belastung der Klimapolitik gesprochen wird, ist es Ihre Verantwortung, Frau Zervakis und Frau von Brauchitsch, dies kritisch einzuordnen statt einen Maßnahmen-Unterbietungswettbewerb anzetteln. Als Journalistinnen ist es Ihre Aufgabe über die resultierende Frage zu sprechen: Wie wollen die Kandidat:innen es schaffen, der Klimakrise ausreichend entgegenzutreten? Ich hoffe, Sie werden dieser Aufgabe gerecht.

Mit freundlichen Grüßen

Helena Marschall

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