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24. September 2022: Wie an 270 weiteren Orten in ganz Deutschland gehen auch in Freiburg Tausende auf die Straße, um Klimagerechtigkeit zu fordern.
24. September 2022: Wie an 270 weiteren Orten in ganz Deutschland gehen auch in Freiburg Tausende auf die Straße, um Klimagerechtigkeit zu fordern. © Philipp von Ditfurth/dpa

Krieg in der Ukraine, Energiekrise, Inflation – alles scheint von sich überschlagenden Krisen beherrscht zu sein. Die Klimakrise gerät dabei oft in Vergessenheit, obwohl sie der Ursprung vieler unserer Probleme ist.

Immer wieder werden wir gefragt, ob es nicht unpassend wäre, jetzt für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Wenn uns die aktuelle Energiekrise eins zeigt, dann, dass es keine kluge Idee ist, sich von den knappen fossilen Rohstoffen eines Autokraten abhängig zu machen.

Die Chance durch erneuerbare Energien, klimafreundlich und unabhängig von Drittstaaten die Energieversorgung sicherzustellen, wurde in den letzten Jahren versäumt. Auch die Ampel-Koalition, die sich selbst als Klima-Regierung darstellt, verhindert durch Investitionen in fossile Energien eine sichere und klimafreundliche Lösung.

Die Klimakrise verstärkt zudem soziale Ungerechtigkeit. Besonders Länder aus dem Globalen Süden sind von den Folgen der Klimakrise betroffen. Zugleich entstehen Emissionen hauptsächlich im Globalen Norden. Nicht nur global betrachtet, ist die Klimakrise eine soziale Krise: Auch Menschen, die hier in Deutschland bereits am Existenzminimum leben, leiden stark unter den steigenden Energiepreisen und der Inflation, die fast ausschließlich an steigenden Gaspreisen liegt. Die Gas- und Waffenkonzerne hingegen machen Rekordprofite.

Trotz oder eben gerade wegen der krisenhaften und scheinbar aussichtslosen Lage sind letzten Freitag deutschlandweit in über 270 Orten Menschen unter dem Slogan #peoplenotprofit für Klimagerechtigkeit auf die Straße gegangen. Vielerorts haben sich deutlich mehr Menschen beteiligt als zuvor vermutet: In Berlin rechnete man mit etwa 8000 Menschen, erschienen sind mehr als 36 000. Ich habe in Bamberg demonstriert, gemeinsam mit Kindern, Familien, Jungen und Alten.

Der erfolgreiche Klimastreik zeigt deutlich, dass wir ein politisches Umdenken brauchen. Krisen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir brauchen eine Politik, die die Klimakrise auf sozialer und globaler Ebene bekämpft. Wenn uns dieser Wandel jetzt nicht gelingt, werden wir hier und global noch stärker von Herausforderungen wie Wetterextremen, Energiemangel, Hochwassern und Ressourcenknappheit betroffen sein. Deswegen gehen wir weiterhin auf die Straße. Weil nur so Veränderung kommen wird.

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