Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Antirassismus und Klima sind zwei Themen, die zueinander gehören.
+
Antirassismus und Klima sind zwei Themen, die zueinander gehören.

Fridays for future

Liebe Laura,

Hier schreiben alle zwei Wochen Aktivistinnen und Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung.

Du scheinst verwirrt zu sein, warum deine Mitaktivist*innen bei „Fridays for Future“ „plötzlich“ auch über Rassismus sprechen. Dabei sollte längst klar sein: Antirassismus und Klima sind zwei Themen, die zueinander gehören und mit denen Du dich als Klimaaktivistin auseinandersetzen musst.

Historisch haben Staaten im globalen Norden, wie in Europa und den USA, eine größere Verantwortung für die Verursachung der Klimakrise wegen ihrer hohen Emissionen - auch in der Vergangenheit. Diese ignorieren jedoch ihre Pflicht, konsequent gegen die Klimakrise vorzugehen. Die Verbindung zu Antirassismus und auch Antikolonialismus wird klarer, wenn man sich die Strukturen anschaut, die diese ungleichen Emissionen enorm begünstigt haben – Wirtschaftssysteme, die stark auf kolonialer Unterdrückung aufbauen oder zumindest massiv von ihnen profitiert haben.

Eine Unterdrückung, die auch in unserer heutigen kapitalistischen Weltwirtschaft fortgesetzt wird. Staaten des globalen Südens werden weiter ausgebeutet und in Abhängigkeit gehalten – durch jenes Wirtschaftssystem, das zu großem Teil schuld an der Menge unserer Emissionen ist. So wie die Verursachung sind auch die Auswirkungen der Klimakrise ungleich verteilt.Vor allem jene Staaten, welche sich in Unterdrückungsverhältnissen befanden, sind jene, die die ökologischen Folgen schon jetzt primär zu tragen haben – trotz deutlich geringerem Beitrag zum Klimawandel.

Auch soziale Folgen der Klimakrise, etwa globale Fluchtbewegungen, erfordern Zusammendenken von Klima und Antirassismus. Heutzutage lässt sich leider sehr gut an den europäischen Außengrenzen beobachten, wie menschenverachtend mit geflüchteten Personen umgegangen wird. Wir haben über die letzten Jahre erlebt, wie der gesellschaftliche Rassismus wieder zugenommen hat – ein Trend, der sich fortsetzen und in immer mehr Gewalttaten und Diskriminierung resultieren wird, wenn wir nicht dagegen vorgehen.

Dieser Kontext muss von den Klimabewegungen mitgedacht werden – bei Inhalten, die gesetzt werden, internen Strukturen und der Außendarstellung. Reproduzieren wir diese gesellschaftlichen diskriminierenden Strukturen, was leider oftmals der Fall ist, werden viele Menschen aus den Bewegungen gedrängt, wodurch Klima weiter ein Thema der Privilegierten bleibt – obwohl diese am wenigsten unter den Folgen leiden werden oder in der Lage sind diese abzufangen.

Werden Klimagerechtigkeit und Antirassismus nicht zusammengedacht, betreiben wir lediglich Klimaschutz für reiche, privilegierte, primär weiße Menschen – verstärken also die globalen Ungerechtigkeiten. Das ist inakzeptabel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare